Kurz notiert
An schmutzigem Wasser sterben mehr Menschen als in Kriegen und mehr Kinder unter fünf Jahren als an Aids. Vier Fünftel aller Krankheiten in Entwicklungsländern werden von schmutzigem Wasser verursacht. Daran erinnerte anlässlich der Eröffnung des „Internationalen Jahrs der sanitären Grundversorgung“ der Vereinten Nationen die stellvertretende Vorsitzende des UN-Beirats für Wasser und sanitäre Grundversorgung, Uschi Eid. Die Fortschritte bei dem Millennium-Entwicklungsziel, den Anteil der Menschen ohne Sanitärversorgung bis 2015 zu halbieren, seien bisher ungenügend. So werde Afrika das Ziel bei dem derzeitigen Tempo erst im Jahr 2076 erreichen.
Die grüne Bundestagsabgeordnete und frühere G8-Afrika-Beauftragte forderte die Bundesregierung auf, dem Thema „einen Schub zu verleihen“. Auch die Staats- und Regierungschefs in den Entwicklungsländern müssten dem Thema höhere Priorität einräumen.
(di)
Mit einem neuen Internetservice will die Bundesregierung für transparentere Kosten bei Geldinstituten sorgen. Weltweit müssen Migranten bis zu 20 Prozent Gebühren bezahlen, wenn sie Geld in ihre Heimatländer schicken möchten. Das gesamte jährliche Überweisungsvolumen liegt umgerechnet bei weit über 200 Milliarden Euro – nahezu dem Dreifachen der jährlichen Entwicklungshilfe.
Die Gebühren liegen oft weit auseinander. Der neue Service www.geldtransfair.de soll nun einen Vergleich ermöglichen. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul betonte, von den Rücküberweisungen solle möglichst wenig für Transfergebühren abgezogen werden und möglichst viel zur Armutsbekämpfung und wirtschaftlichen Entwicklung beitragen. Das neue Angebot umfasst zunächst die Länder Albanien, Marokko, Türkei, Ghana, Serbien und Vietnam.Weitere Länder sollen hinzukommen.
(di)
Selbsthilfegruppen spielen im
Kampf gegen HIV/Aids eine zentrale
Rolle. Zu diesem Ergebnis
kommt eine neue Studie der Kindernothilfe
mit dem Titel „On our
way. How communities can work
for children affected by HIV/
AIDS“. „Ohne Einbettung in ein
aktives Gemeinwesen geht gar
nichts“, fasste die Autorin Beate
Scherrer bei der Vorstellung in
Berlin das Ergebnis zusammen.
Gemeinsam mit Kerstin Schmidt
hatte sie 2007 zwei Entwicklungsprojekte
der Kindernothilfe
in Uganda untersucht und das
Augenmerk vor allem auf die sozialen
Folgen von HIV/Aids und
die besondere Notsituation von
Frauen und Kindern gerichtet. In
beiden Projekten werden Selbsthilfegruppen
gefördert.
(di)
Die Studie zum download im Internet:www.kindernothilfe.de/ Rubriken/Presse/Pressematerial
