Facettenreicher Blick auf Afrika
Afrika – Länder und Regionen
Informationen zur politischen Bildung(Heft 302)
und
Afrika – Schwerpunktthemen
Informationen zur politischen Bildung (Heft 303)
Beide Hefte sind bei der Bundeszen-trale für politische Bildung erhältlich,
www.bpb.de
Die Bundeszentrale für politische Bildung will in zwei jüngst erschienenen Heften ihrer Reihe „Informationen zur politischen Bildung“ ein differenziertes Bild von Afrika vermitteln. Nicht nur die oftmals bedrückenden Bilder und Nachrichten von Krieg, Korruption, Armut, Elend und Seuchen sollen in den Blick genommen werden, sondern auch Staaten mit demokratisch gewählten Regierungen, einer aktiven Zivilgesellschaft und wirtschaftlichem Erfolg.
Das Heft 302 setzt in fünf regionalen Großräumen Schwerpunkte wie Ressourcenreichtum und Verteilungskonflikte, Wirtschaftspotenziale und soziale Probleme. Analysiert werden Ursachen und Hintergründe für schwache Staatlichkeit und Bürgerkriege sowie die Entwicklungsdefizite und Zukunftsperspektiven der Regionen. Das Heft 303 befasst sich in mehr als 25 Beiträgen mit übergreifenden Fragen. Es geht darin etwa um koloniale Weichenstellungen, die Afrika bis heute prägen, um eigene Neuansätze, um Probleme und Chancen, die aus dem Ressourcenreichtum erwachsen, sowie um die besondere Gefährdung vieler Regionen durch den Klimawandel. Die Autoren beider Hefte sind namhafte Experten, Politikwissenschaftler und Journalisten. Sie zeichnen auf den insgesamt knapp 150 Seiten ein facettenreiches Bild von Afrika und seinen gegenwärtigen Problemen.
Die „Informationen zur politischen Bildung“ werden von vielen Lehrern gern für die Fächer der politischen Bildung genutzt und zudem häufig in fortgeschrittenen Lerngruppen, vor allem in der Sekundarstufe II, eingesetzt. Beide Hefte dürften in der Bildungsarbeit viele Spuren hinterlassen, zumal sie kostenlos verfügbar sind. Wer allerdings in der Bemühung um das mühsam in der Schule verankerte „Globale Lernen“ die Sicht von Afrikanern selbst sucht oder an afrikanischen Perspektiven interessiert ist, wird in den beiden Heften nur wenig finden. Afrikaner kommen höchstens am Rande zu Wort. Hier wurde eine Chance verpasst.
Martin Geisz


