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Kurz notiert

Die Europäische Union will ihren Zoll auf Bananen aus Lateinamerika von derzeit 176 Euro pro Tonne bis 2019 schrittweise auf 114 Euro senken. Darauf haben sich die betroffenen Länder und die EU im September in Genf geeinigt. Die Lateinamerikaner wollen im Gegenzug ihre Klagen bei der Welthandelsorganisation (WTO) gegen die Diskriminierung ihrer Bananen gegenüber zollfreien Einfuhren aus den mit der EU assoziierten Ländern Afrikas, der Karibik und des Pazifik (AKP) zurückziehen. Auch die USA sicherten zu, ihre Klagen zu stornieren, die sie für ihre Bananen-Multis wie Dole, Del Monte und Chiquita gegen die EU-Zölle eingereicht hatten.

Die AKP-Staaten hätten der Vereinbarung „nach langem Widerstand zugestimmt“, berichtete der Evangelische Entwicklungsdienst. Brüssel hat den AKP-Exporteuren für die Übergangszeit zusätzliche Strukturhilfen von 200 Millionen Euro versprochen. Laut Entwicklungsorganisationen reicht das aber nicht, um den gegenwärtigen Anteil der AKP-Bananen von 17 Prozent am EU-Markt zu halten. Nach Berechnungen sind die kleinen AKP-Betriebe erst ab einer Zolldifferenz von 235 Euro pro Tonne konkurrenzfähig gegenüber den riesigen Monokulturen der US-Multis in Lateinamerika.

Mit der Vereinbarung von Genf endet der jahrzehntelange Streit um den Zugang zum EU-Bananenmarkt – zumindest vorläufig. Denn das Abkommen beruht auf einer Vielzahl Verfahrensschritte, die viele Bruchstellen bieten.


(hc)

welt-sichten 02-2010