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welt-sichten. Magazin für Entwicklungspolitik und ökumenische Zusammenarbeit

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Kurz notiert

Ende 2009 ist in Kairo der Ägyptisch-Schweizerische Entwicklungsfonds (ÄSF) aufgelöst worden. Die Regierungen Ägyptens und der Schweiz haben die Schließung des 1995 eingerichteten Fonds vereinbart, weil die Mittel aufgebraucht und die Entwicklungsziele erreicht seien.  Die übrige Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz mit Ägypten wird weitergeführt.

Aus dem Fonds waren unter Beteiligung lokaler nichtstaatlicher Organisationen 89 Projekte in ganz Ägypten finanziert worden, darunter Krankenstationen, Kindergärten, Wasserleitungen sowie eine kleine Mikrokreditbank. Der ÄSF war Teil des 1991 lancierten bilateralen Entschuldungsprogramms mit mehreren Entwicklungsländern, das die damalige Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Hilfswerke, heute Alliance Sud, angeregt hatte. Unter diesem Abkommen erließ Bern Ägypten 100 Millionen Euro, was 40 Prozent der ägyptischen Schulden gegenüber der Schweiz entsprach, während Kairo im Gegenzug die übrigen 60 Prozent in Lokalwährung in den Fonds einzahlte. 

(IS)

Fünf Penan-Gemeinden aus dem Regenwald von Borneo wollen gerichtlich gegen die Abholzung auf ihrem Land vorgehen und für die bereits angerichteten Schäden entschädigt werden. Im Dezember reichten sie beim High Court für Sarawak und Sabah (Ostmalaysia) zwei Sammelklagen ein gegen die Regierung des malaysischen Bundesstaates Sarawak und den Holzkonzern Samling, der in Hongkong und in Sarawak Niederlassungen hat. Sie unterstreichen, dass sie das Gebiet seit Jahrhunderten besiedeln und die Regierung die Holzschlaglizenzen gegen ihren Willen vergeben habe. Die Klagen betreffen rund 80.000 Hektar Tropenwald (800 Quadratkilometer). Der Schweizer Bruno-Manser-Fonds unterstützt die Penan in ihrem Bemühen. Der vor bald zehn Jahren auf Borneo verschollene Regenwaldschützer Bruno Manser hat von 1984 bis 1990 mit einer der letzten nomadischen Penan-Gruppen in Sarawak gelebt.

Nach über drei Jahrzehnten intensiven Holzschlags im Regenwald von Malaysia ist der Lebensstandard vieler indigener Gemeinden gesunken. Insbesondere die Penan wehren sich seit Jahren gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. Kurz vor Beginn der Klimakonferenz in Kopenhagen eröffneten sie einen neuen Urwaldpark, der die letzten intakten Urwälder erhalten und zum Klimaschutz beitragen soll.

(IS)

welt-sichten 02-2010