Kurz notiert
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hat das in Uganda geplante Gesetz gegen Homosexuelle kritisiert. In einem Brief des scheidenden ÖRK-Generalsekretärs, Samuel Kobia, an den Präsidenten von Uganda, Yoweri Museveni, heißt es: „Wir sind erschüttert und bestürzt über den Gesetzesentwurf, der sogar die Todesstrafe für HIV-positive Homosexuelle vorsieht.“ Ein derartiges Gesetz würde „Manipulationen, Missbrauch und Unterdrückung viel Raum geben“. Er hoffe, dass Uganda kein Gesetz verabschieden werde, das Hass und Vorurteile säe, schreibt Kobia.
Der Entwurf war im Oktober des vergangenen Jahres von einem Abgeordneten im ugandischen Parlament eingebracht worden, der laut der Nachrichtenagentur epd zuvor an einem Seminar von evangelikalen Christen aus den USA zur „Heilung“ von Homosexualität teilgenommen hatte. In seiner ersten Fassung sah der Entwurf vor, dass Sex mit Gleichgeschlechtlichen mit lebenslanger Haft bestraft werden sollte. Für den Fall, dass einer der Partner HIV-positiv, behindert oder unter 18 Jahre alt ist, wurde die Todesstrafe angedroht. Diesen Passus hat die Regierung auf internationalen Druck wieder gestrichen. Der Gesetzesentwurf verweigert aber nach wie vor Homosexuellen, die an Aids erkrankt sind, die medizinische Behandlung. Zudem sollen Organisationen, die sich für die Rechte von Lesben und Schwulen einsetzen, in Uganda verboten werden. Betroffen wären davon auch Organisationen wie UNICEF, Human Rights Watch oder Amnesty International. Bereits jetzt ist Homosexualität in Uganda verboten und kann mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden.
(kb)
In Uganda haben zwanzig katholische Priester eine neue Kirche gegründet, die das Zölibat nicht verlangt. Die abtrünnigen Priester seien alle verheiratet oder wollten demnächst heiraten, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Der Vatikan kündigte an, den Fall zu prüfen und die Priester aller Wahrscheinlichkeit nach zu exkommunizieren.
Der Konflikt unterstreicht das Problem des Zölibats für die Katholische Kirche in Afrika, wo die Anzahl der Katholiken so stark wächst wie auf keinem anderen Kontinent. In der jüngeren Vergangenheit sind aber einige Fälle bekannt geworden, in denen Priester offen mit einer Frau zusammenleben und mit ihr auch Kinder haben. Im vergangenen Jahr wurde zum Beispiel ein Priester aus Sambia exkommuniziert, weil er ebenfalls eine Kirche gegründet hatte, in der Priester verheiratet sein dürfen. Nach eigenen Angaben hat diese Kirche bereits 12.000 Mitglieder. Die Frage nach dem Zölibat war eines der Hauptthemen auf der dreiwöchigen Afrika-Synode im vergangenen Herbst im Vatikan.
(kb)


