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Nieren für die reichen Kranken

Beim internationalen Organhandel wirken kriminelle Netzwerke mit seriösen Chirurgen zusammen

Von Nancy Scheper-Hughes

Rund um den Globus haben sich internationale Netzwerke des Organhandels entwickelt. Die Nachfrage todkranker Menschen aus reichen Industrienationen nach einer Transplantation trifft auf das Angebot von Armen, die sich bescheidenen Wohlstand erhoffen, wenn sie eine Niere verkaufen. Sie tun das häufig freiwillig, sehen sich aber dann um ihre Gesundheit und ihren Lohn betrogen. Zwischenhändler treten oft als altruistische Vermittler auf, die sowohl Gebern als auch Empfängern von Nieren ein besseres Leben versprechen. Die Trennlinien zwischen Geschenk, Verkauf und Diebstahl sind fließend. In der Regel bleiben solche Trans-aktionen unentdeckt und unbestraft.


Nancy Scheper-Hughes
ist Professorin für medizinische Anthropologie an der Universität Kalifornien und Gründerin der Organisation „Organs Watch“, die sich mit den Menschenrechten auf dem Gebiet der Medizin beschäftigt. Der Text ist ein aktualisierter Auszug aus einem unveröffentlichten Konferenzpapier.

welt-sichten 02-2010

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Quantologe schrieb am 16.11.2010 um 17:29:05
Der amerikanische Kardiologe Dr. Paul Pearsall interviewte 1999 mehr als 100 Herzempf?nger, die davon ?berzeugt waren, eine Verbindung zu dem verstorbenen Organspender zu sp?ren. Er ?berpr?fte ihre Angaben, indem er Angeh?rige, Verwandte und Freunde des Spenders ?ber dessen Eigenheiten in wichtigen Lebensbereichen befragte. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten brachten Erstaunliches zutage: Bei mehr als 10 Prozent der Menschen, denen ein Herz implantiert wurde, zeigten sich nach der Operation bis zu f?nf auffallende Parallelen zum Leben des Organspenders. Fazit: Auch Reiche k?nnen nicht vermeiden, dass sie mit dem neuen Organ auch ein unbekanntes "Erbe" des toten Spenders ?bernehmen.

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