Nieren für die reichen Kranken
Beim internationalen Organhandel wirken kriminelle Netzwerke mit seriösen Chirurgen zusammen
Von Nancy Scheper-Hughes
Rund um den Globus haben sich internationale Netzwerke des Organhandels entwickelt. Die Nachfrage todkranker Menschen aus reichen Industrienationen nach einer Transplantation trifft auf das Angebot von Armen, die sich bescheidenen Wohlstand erhoffen, wenn sie eine Niere verkaufen. Sie tun das häufig freiwillig, sehen sich aber dann um ihre Gesundheit und ihren Lohn betrogen. Zwischenhändler treten oft als altruistische Vermittler auf, die sowohl Gebern als auch Empfängern von Nieren ein besseres Leben versprechen. Die Trennlinien zwischen Geschenk, Verkauf und Diebstahl sind fließend. In der Regel bleiben solche Trans-aktionen unentdeckt und unbestraft.
Nancy Scheper-Hughes
ist Professorin für medizinische Anthropologie an der Universität
Kalifornien und Gründerin der Organisation „Organs Watch“, die sich mit
den Menschenrechten auf dem Gebiet der Medizin beschäftigt. Der Text ist
ein aktualisierter Auszug aus einem unveröffentlichten Konferenzpapier.
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Neuen Kommentar hinzufügenQuantologe schrieb am 16.11.2010 um 17:29:05
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