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Wachstum, aber nicht für alle

In Indien bekämpfen einige Bundesstaaten die Armut erfolg­reicher als andere

Von Sumit Ganguly

Die tiefe Armut in Indien zu lindern, ist seit dem Kollaps der britischen Kolonialherrschaft 1947 ein erklärtes Ziel der indischen Politik. Doch trotz beträchtlicher Anstrengungen hat das Land dabei bisher nur begrenzte Fortschritte erzielt. Das Wirtschaftswachstum infolge der Reformen seit 1991 hat dazu beigetragen, die Zahl der absolut Armen zu vermindern. Ebenso wichtig sind aber die Sozialpolitik und die Qualität der Regierungsführung, die sich von Bundesstaat zu Bundesstaat deutlich unterscheiden.


Sumit Ganguly
ist Professor für Politikwissenschaft und Inhaber des Rabindranath Tagore Chair in Indian Cultures and Civilizations an der Indiana University in Bloomington (USA). Zu dem Artikel hat seine Mitarbeiterin Vera Heuer beigetragen.

welt-sichten 02-2010

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Margit Nitsche schrieb am 09.03.2010 um 17:57:04
Die ?Armen? in Indien sind vorwiegend Dalits und niedere Kasten. Durch die strukturelle Gewalt, die vom Kastensystem ausgeht, werden sie von Geburt an diskriminiert und systematisch in Armut gehalten. Mit diesen billigen, ausgebeuteten Arbeitskr?ften, Kinderarbeit, Schuldknechtschaft und so weiter l?sst sich leicht Profit machen. Dieser Aspekt fehlt im Artikel.

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Bernhard Offenberger schrieb am 07.02.2010 um 13:27:07
Ich bin entt?uscht von diesem Artikel! Einerseits bleibt Sumit Ganguly erstaunlich unkonkret in Bezug auf die heutigen Herausforderungen der indischen Entwicklungspolitik. Stattdessen liefert er einen Geschichts-R?ckblick, der nicht nur selektiv in der Analyse der Faktoren ist, sondern auch unkritisch die westlichen Narrative von orientalischer R?ckst?ndigkeit und westlichem Fortschritt reproduziert. Andererseits scheitert seine Analyse der Verstrickungen von Wirtschafts- und Sozialpolitik, so dass er keine echte Antwort auf die Frage geben kann, warum der enorme wirtschaftliche Aufschwung nicht zu einer entsprechenden Reduktion von Armut gef?hrt hat. So ?bersieht er denn auch, dass die eindimensionalen Vorstellungen von Entwicklung (aus der ?ra Nehru wie in der ?Gr?nen Revolution?), die ganz der Entwicklungsprogrammatik von Weltbank und Co entsprachen, gerade dazu gef?hrt haben, dass trotz massiver Produktionssteigerungen l?ndliche Armut, ?kologische Degradierung und Zunahme sozio-kultureller Verwerfungen zunahmen. So ist auch seine unkritische Haltung gegen?ber der neoliberalen Wirtschaftspolitik seit 1991 h?chst gef?hrlich! Deregulierung, Privatisierung und Liberalisierung f?hren eben vor allem zum Aufstieg nur eines kleinen Teils der Bev?lkerung ? von Landvertreibungen im Zuge der Errichtung von Sonderwirtschaftszonen (selbst im ?kommunistischen? West-Bengalen), der Verst?rkung von Kastenungleichheiten oder der Ausweitung prek?rer Besch?ftigungsverh?ltnisse ganz zu schweigen. Dass im Verlauf der Weltwirtschaftskrise die Bereiche, in denen Indien seinen eigenen Weg ging, relativ unbeschadet ?berstanden haben, w?hrend die Sektoren, die stark in die globale Produktions- und Dienstleistungskette eingebunden sind, zu schwindelerregenden Einbu?en und Massenarbeitslosigkeit gef?hrt haben, sollte weiterhin zu denken geben. Das Beispiel Indien zeigt deutlich, dass Millenniumsziele nicht nur durch eine einfache Beschw?rung von sozialer Gleichheit zu erreichen sind, sondern Teil einer integralen Wirtschafts- und Sozial- und Umweltpolitik sein m?ssen.

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