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Bei Anruf Erfolg

UN-Bericht: Mobiltelefone helfen im Kampf gegen Armut

Von Gesine Wolfinger

Mobilfunk und Internet tragen in Entwicklungsländern zunehmend zur Bekämpfung der Armut bei. Bei Verfügbarkeit und Nutzung von Informationstechnologie besteht jedoch noch immer ein großer Nachholbedarf, besonders in Afrika südlich der Sahara.

Vor allem der Handel mit Dienstleistungen und Waren per Mobilfunk, der sogenannte m-commerce, wachse stark, heißt es im Bericht über die Informations-Ökonomie 2007-2008, den die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) im Februar vorgelegt hat. Die Zahl der Mobilfunk-Nutzer in Entwicklungsländern steige rasant. In Afrika besaßen nach Angaben der UNCTAD im vergangenen Jahr bereits 200 Millionen Menschen ein Handy. 2002 waren es erst knapp 37 Millionen.

Bauern und Fischer in Indien und Senegal informieren sich per Mobiltelefon über das Wetter und die Marktpreise. So können sie kurzfristig entscheiden, wann und wo sie ihre Produkte am günstigsten verkaufen. Landwirte in Uganda tauschen ihr Wissen über Anbautechniken per Handy aus, Kleingewerbetreibende in Kenia erhalten Kredite über Mobilfunk.

Allerdings sind viele ländliche Gegenden in Afrika laut UNCTAD nach wie vor schlecht mit Mobilfunknetzen versorgt. Für die Ärmsten seien selbst billige Handys zu teuer, und ein Mangel an Bildung erschwere den Umgang damit. UNCTAD fordert, die nationalen Regierungen müssten die Mobilfunknetze ausbauen und den Zugang der Armen zu Informationstechnologie verbessern. Wichtig seien zudem verlässliche Regeln, die Zahlungen und Bankgeschäfte per Handy ermöglichen.

Telecenter, in denen Telefon und Internet genutzt werden können und zugleich technische Kenntnisse vermittelt werden, bringen ärmeren Menschen laut UNCTAD eine Reihe von sozialen und wirtschaftlichen Vorteilen. Einrichtungen wie Pallitathya in Bangladesch informieren Bauern über Insektenbekämpfung und verbesserte Methoden der Tierzüchtung. E-Choupal in Indien gibt Auskunft über Marktpreise und bietet Hilfe bei der Beschaffung von Saatgut sowie Direktmarketing für landwirtschaftliche Produkte an.

Laut UNCTAD bleiben die meisten Entwicklungsländer aber bei der Verfügbarkeit und der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie noch weit hinter den Industrieländern zurück. Es fehlt vor allem am Zugang zu Breitband-Internetverbindungen, die schnelle Kommunikation und elektronische Geldtransfers ermöglichen und damit die Produktivität von Unternehmen steigern.

www.unctad.org

welt-sichten 2/3-2008