Kurz notiert
Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Samuel Kobia, verzichtet auf eine zweite Amtszeit.
Der 61-jährige Pfarrer der methodistischen Kirche in Kenia gab seine Entscheidung im Februar auf der jüngsten Sitzung des ÖRK-Zentralausschusses bekannt und verwies auf „persönliche Gründe“. Die rund 150 Delegierten äußerten Bedauern und Verständnis.
Zuvor hatte es jedoch auch Kritik an Kobias Amtsführung gegeben. Er setze sich zu wenig dafür ein, die ÖRK-Programmarbeit zu fokussieren und sei zu wenig in Genf präsent, hatte das ranghöchste deutsche Mitglied im Zentralausschuss, der Bischof von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, der Nachrichtenagentur epd gesagt. Auch die Nachricht, dass Kobias Doktortitel von einer staatlich nicht anerkannten Einrichtung in den USA stammt, hatte zu Irritationen geführt. Kobia, der 2003 als erster Afrikaner zum Generalsekretär des ÖRK gewählt wurde, bleibt bis Ende 2008 im Amt. Die Wahl eines Nachfolgers ist für September 2009 vorgesehen. Ein Findungsausschuss soll bis dahin neue Kandidaten suchen.
Der Zentralausschuss – das Leitungsgremium des ÖRK zwischen den Vollversammlungen – setzte außerdem eine Arbeitsgruppe zur Begleitung der Programmarbeit ein und erklärte, er sei offen für erweiterte Vollversammlungen mit den Weltbünden der Lutheraner und der Reformierten. Auch mit Pfingstkirchen und charismatischen Gruppierungen strebt der ÖRK eine engere Zusammenarbeit an. Die Delegierten betonten außerdem die Verantwortung der Christen und Kirchen für ein funktionierendes demokratisches Gemeinwesen und sprachen sich dafür aus, die Frage der „ökologischen Schulden“ der reichen Länder gegenüber den armen in der Diskussion um den Klimawandel stärker zu thematisieren. (bst)
Erstes Grundeinkommen in Namibia ausgezahlt.
Rund 900 Einwohner der Ortschaft Omitara östlich von Windhoek haben im Januar erstmals ein Grundeinkommen von jeweils 100 namibischen Dollar erhalten. Sie nehmen an einem Pilotprojekt teil, mitdem eine Koalition aus zivilgesellschaftlichen Organisationen unter maßgeblicher Beteiligung der evangelisch-lutherischen Kirche Namibias für die landesweite Einführung einer solchen Grundsicherung werben will. Das Vorhaben der „Basic Income Grant Coalition“ sieht vor, dass alle Dorfbewohner (außer den Beziehern staatlicher Renten) zwei Jahre lang einmal monatlich zusätzlich zu ihren sonstigen Einnahmen über eine Chipkarte die Beihilfe beziehen. Ein Studienteam wird die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen dokumentieren. Die Initiatoren des Projekts um Bischof Zephania Kameeta wollen deutlich machen, dass ein Grundeinkommen Armut tatsächlich reduzieren kann. (bst)
