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Kurz notiert

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat den zweiten Sonntag der Passionszeit (Reminiszere) zu einem jährlichen Gedenktag für bedrängte und verfolgte Christen in aller Welt erklärt. Menschenrechtsgruppen wie zum Beispiel die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) kritisieren nun, dass die EKD sich nicht der Katholischen Kirche angeschlossen hat, die seit vielen Jahren am zweiten Weihnachtsfeiertag des Leides gedenkt, das Menschen durch die Verweigerung der Religionsfreiheit zugefügt wird. „Diese unsinnige Konkurrenz muss beendet werden, denn sie schadet den verfolgten Christen“, heißt es in einer Mitteilung der Gesellschaft für Menschenrechte. Ein gemeinsamer Gedenktag entspräche der praktizierten Ökumene in denjenigen Staaten, wo Christen verfolgt oder bedrängt würden.

Diesen Vorwurf will Vicco von Bülow von der EKD nicht stehen lassen. Man habe sich in der EKD gegen den 2. Weihnachtsfeiertag entschieden, weil dieser Tag erfahrungsgemäß im Zeichen des Weihnachtstrubels stehe, sagt der Oberkirchenrat für Theologie und Kultur. „Ein gemeinsamer Gedenktag wäre sicher medienwirksamer.  Den Betroffenen vor Ort hilft es vermutlich aber mehr, wenn sich in Deutschland immer wieder Leute auf unterschiedliche Weise für die Religionsfreiheit einsetzen.“

Die EKD könne sich aber vorstellen, im nächsten Jahr eine Materialhilfe zum Thema bedrängte und verfolgte Christen zusammen mit der römisch-katholischen Kirche und weiteren ökumenischen Partnern zu erarbeiten, fügte der Oberkirchenrat hinzu.


(kb)

welt-sichten 03-2010