Was war’s?
Kurz nach seiner Unabhängigkeit sieht sich ein Land im südlichen Afrika vor großen Transportproblemen: Es lebt vom Kupferexport, ist jedoch ein Binnenland, und der Unabhängigkeitskrieg im südlichen Nachbarland droht seine wichtigste Exportroute zu sperren. Die Regierung sucht nach Hilfe und findet sie schließlich in Asien: Ein großer Staat dort stellt einen zinslosen Kredit von rund 500 Millionen US-Dollar zur Verfügung und schickt Zehntausende Berater, Techniker und Arbeiter, um das grenzüberschreitende Prestigeprojekt zu bauen. Nach gut sechs Jahren ist es fertig, gebaut mit beträchtlicher Eigenbeteiligung und tatkräftiger Hilfe aus einem Nachbarland.
Die Asiaten wollten mit ihrem Engagement in den Zeiten des Kalten Krieges Ansehen in der afrikanischen Bevölkerung und in der „Dritten Welt“ insgesamt gewinnen. Nach dem Abschluss der Bauarbeiten feierte man sich für die harte Arbeit und die internationale Solidarität. Kritiker hingegen sprachen von einem Billigprodukt, das nicht lange halten werde.
Tatsächlich traten schnell Probleme auf, das Projekt steckte immer wieder in finanziellen Schwierigkeiten. Dennoch hat es im Laufe der Jahre die Lage von Bauern und Kleinhändlern in der Region wesentlich verbessert. Auch die Haltbarkeit dürfte nicht mehr in Zweifel stehen, immerhin funktioniert es heute noch, auch wenn das Projekt dringend einer Generalüberholung bedarf. Der Helfer von einst hat schon erneut ein zinsloses Darlehen bereitgestellt. Was war’s?
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