Gold für Menschenrechte
Kampagnen zu den Olympischen Spielen in China
Von Martin Geisz
Die Olympischen Spiele in Peking rücken näher. Die Sportartikelindustrie und Medienkonzerne erwarten Milliardenumsätze. China erhofft sich einen gewaltigen weltweiten Imagegewinn unter dem Slogan „ One World – One Dream“. Angesichts der Ereignisse in Tibet wird derzeit über einen Boykott der Spiele oder zumindest der Eröffnungszeremonie gestritten.
Nichtstaatliche Organisationen (NGOs) haben bereits auf die Vergabe der Spiele nach China mit Kritik und Protesten reagiert. Mit einer Reihe von Kampagnen nutzen sie die öffentliche Aufmerksamkeit für Olympia, um Menschenrechtsverletzungen in China und bei der Produktion von Sportartikeln stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Anknüpfungspunkte sind die werbewirksam in Szene gesetzten Slogans und Leitbilder: „One World – One Dream“, „weltweit“, „völkerverbindend“, „Chancengleichheit“ und „Fair Play“. Umweltprobleme werden zudem ebenso thematisiert wie die Freiheit journalistischer Berichterstattung.
PlayFair 2008
Die Kampagne „Play Fair 2008“ wird von einem weltweiten Zusammenschluss von Gewerkschaften, NGOs und Arbeitsorganisationen getragen, darunter die Kampagne für Saubere Kleidung, der Internationale Gewerkschaftsbund und die International Textile, Garment and Leather Worker’s Federation. Im Blick auf die Olympischen Spiele kämpft die Kampagne gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in der globalen Sportbekleidungsindustrie und für den Schutz der Rechte von Arbeiterinnen und Arbeitern, insbesondere auch für das Recht der Beschäftigten, sich zu organisieren und ihre Interessen zu verteidigen. Beides ist in China nicht gewährleistet.
Aktionen: In Deutschland ist eine Postkartenkampagne angelaufen (adidas STOP!, PUMA STOPP. Arbeitsrechte weltweit: Play Fair – jetzt!). Schon jetzt verfügbar ist ein aktueller Bericht über die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Produkten mit dem olympischen Logo. Eine Hintergrundbroschüre ist für Mai angekündigt.
Kontakt:
Kampagne für Saubere Kleidung, c/o VEM
Rudolfstraße 131
42285 Wuppertal
Tel.: 0202-89004316
www.playfair2008.org
www.ci-romero.de/ccc_olympia02
Gold für Menschenrechte
Die von „amnesty international“ ins Leben gerufene Kampagne fordert vor allem die Abschaffung der Todesstrafe, faire Gerichtsverfahren sowie eine Beendigung der Internet- und Medienzensur. Darüber hinaus kämpft sie gegen die Unterdrückung von Menschenrechtsaktivisten.
Aktionen: Die Kampagne sammelt zur Zeit (auch im Internet) Unterschriften für eine Petition und stellt in der Tradition von „urgent actions“ konkrete Einzelfälle von inhaftierten politischen Gefangenen vor. Im Internet kann ein ausführliches Infopaket heruntergeladen werden.
Kontakt:
Amnesty International
53108 Bonn
Telefon 0228- 983730
E-Mail: info@amnesty.de
www.goldfuermenschenrechte.de
„Bring Tibet to the Games 2008“
Die Initiative „Bring Tibet to the Games 2008“ wird von einem internationalen Zusammenschluss verschiedener Organisationen getragen, darunter die „Tibet Initiative Deutschland“. Im August 2007 hat sich mit prominenter Unterstützung ein „Nationales tibetisches Team“ um die Teilnahme an den Sommerspielen in Peking beworben. Dieses Sportlerteam besteht aus 30 Exiltibetern aus Indien, der Schweiz, England, Kanada, USA und Deutschland. Das Nationale Olympische Komitee Tibet forderte für seine Athleten die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Peking. Das IOC hat die Forderung bislang abgelehnt. Die Initiative arbeitet weiter.
Aktionen: E-Mail-Aktion „Gehen Sie bei Sport-Wettbewerben für Team Tibet an den Start“
Kontakt:
Tibet Initiative Deutschland
Aktions- und Kampagnenreferat
Anna Momburg-Vanderpool
Greifswalder Str. 4
10405 Berlin
Telefon: 030-42081524
E-Mail: aktion@tibet-initiative.de
www.tibet-initiative.de
Weitere Kampagnen:
Weitere Informationen und Adressen (auch zu weiteren Kampagnen) werden vom Hessischen Bildungsserver in einem Online-Lernarchiv zusammen mit Hinweisen für Lehrkräfte präsentiert.
(http://lernarchiv.bildung.hessen.de/.../index.html)

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