Lateinamerikas Lebensmittel
K. Gabbert u.a. ( Hg.)
Jahrbuch Lateinamerika.
Analysen und Berichte 33: Über Lebensmittel
Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2009,
198 Seiten, 24,90 Euro
Die 14 Autorinnen und Autoren des Jahrbuchs liefern ein breites Spektrum hochinteressanter Gedanken und Fakten zur Lebensmittelsituation in Lateinamerika. Armin Paasch sieht in seinem Beitrag vorwiegend den Einfluss multinationaler Konzerne und weniger die schwankenden Preise als Ursache des Hungers. Frank Braßel analysiert die „neuen Landoligarchen“ in Form von nationalem und internationalem Agrobusiness und ihren Einfluss auf Landflucht und Armut.
Ingo Malcher befasst sich mit der Agrarwirtschaft in Argentinien. Sowohl die Bedeutung des Agrarsektors als auch neue Techniken und alte Abhängigkeiten werden hier beispielhaft beleuchtet. Armando Bartra gibt einen Einblick in den Ursprung der vielfältigen Kultur Mittelamerikas, dessen Subsistenzlandwirtschaft auf Mais, Bohnen, Chili, Tomaten und Kürbis basierte. Der Agrarsoziologe stellt dar, was der Verlust dieser Basis bedeutet. Ute Schüren betrachtet den Bedeutungswandel von Mais in Mexiko. In einem kurzen historischen Überblick erläutert sie, welchen wichtigen Stellenwert dieses Grundnahrungsmittel auch für die Gruppenidentität hat. Der Austausch von Kulturpflanzen zwischen Alter und Neuer Welt wie Kartoffeln, Kaffee und Kakao ist Gegenstand des Beitrages von Thomas Schmid. Edward F. Fischer und Mareike Sattler schreiben über Lebensmittelexporte aus Lateinamerika und arbeiten die Risiken besonders für Kleinbauern heraus. Allen Beiträgen ist ein sehr gutes Literaturverzeichnis beigefügt. Es hilft dabei, sich näher mit Grundfragen der Lebensmittelsicherheit und agro-ökonomischen Fragen zu beschäftigen. Für diejenigen, die sich mit Lateinamerika befassen, ist das Buch eine Pflichtlektüre.
Friedhelm Göltenboth


