Appell an die Werte der Stämme
Wie das Terrornetzwerk Al-Qaida versucht, im Jemen Fuß zu fassen
Von Sarah Phillips
Die Regierung des Jemen ist schwach und hat kaum Rückhalt in der Bevölkerung. Das Patronagesystem, mit dessen Hilfe sie Loyalität gekauft hat, droht sich wegen des Rückgangs der Öleinnahmen aufzulösen. In Regionen, wo der Staat Macht verliert, kann das Terrornetzwerk Al-Qaida seinen Einfluss ausweiten. Dabei sind die radikalen Dschihadisten aber auf die Unterstützung der Stammesgesellschaften angewiesen – und die ist ihnen nicht sicher. Denn ihr Ziel, ein islamischer Staat, steht zu den Autonomiebestrebungen der Stämme im Widerspruch.
Sarah Phillips
lehrt am Centre for International Security Studies der Universität
Sydney. Der Beitrag ist die gekürzte Version eines Textes, den die
US-amerikanische Carnegie-Stiftung veröffentlicht hat (www.carnegieendowment.org/yemenonthebrink).
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