Wer ist’s?
„Ich bin absolut dagegen, die Vergangenheit wie ein Buch zuzuschlagen und so zu tun, als habe es sie nie gegeben“, sagte er einmal in einem Zeitungsinterview. Das könnte als Motto für viele Stationen seiner Karriere gelten. Der Name des Juristen ist mit einer Reihe von Ämtern, Berichten und Büchern verbunden, die sich der Aufklärung und Ahndung von Verstößen gegen die Menschenrechte widmen – auf fast allen Kontinenten. Während seines Studiums in Johannesburg Ende der 1950er Jahre engagierte er sich im Kampf gegen die Apartheid. Er arbeitete zunächst als Anwalt, später als Richter und gehörte ab 1994 dem südafrikanischen Verfassungsgericht an. Zugleich dehnte der Vater von zwei Töchtern sein Engagement für Gerechtigkeit über die Grenzen seiner Heimat aus: Er verfolgte Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien und in Ruanda, leitete eine internationale Untersuchungskommission im Kosovo, beteiligte sich an der Verfolgung von Nazi-Verbrechern in Argentinien und ging Korruptions- und Betrugsvorwürfen beim irakischen Öl-für-Nahrungsmittel-Programm nach. Gegenwärtig lehrt er in den USA und engagiert sich bei verschiedenen nichtstaatlichen Organisationen wie den „Ärzten für Menschenrechte“. Er hat zahlreiche Auszeichnungen und Ehrendoktorwürden erhalten. Seine jüngste Aufgabe im Nahen Osten im Auftrag der Vereinten Nationen hat ihm heftige Vorwürfe bis hin zu offener Feindseligkeit eingetragen. Wer ist’s?
Auflösung aus Heft 4: Gesucht war der US-amerikanische Investmentbanker und Philanthrop George Soros.


