Seite drucken        Seite schlie?en 

 

welt-sichten

welt-sichten bestellen

Suche

welt-sichten. Magazin für Entwicklungspolitik und ökumenische Zusammenarbeit

Login

Login

Newsletter



Newsletter absenden

welt-sichten


Grüne Inseln in der Millionen-Metropole

Die indische Stadt Pune spielt beim Umweltschutz eine Vorreiterrolle

Die Mega-Städte Asiens stehen für Zersiedelung und Umweltzerstörung. Nachhaltige Entwicklung ist hier nur schwer vorstellbar, doch langsam beginnt ein Umdenken. Ein Vorreiter ist die Stadt Pune im indischen Bundesstaat Maharashtra mit ihrem Konzept zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

Pune ist in den vergangenen Jahrzehnten auf rund fünf Millionen Einwohner gewachsen. Als Zentrum der indischen Autoindustrie und Standort vieler Softwarefirmen zählt die Stadt zu den wohlhabenden indischen Metropolen. Erach Bharucha, Direktor des Bharati Vidyapeeth Institute of Environment Education and Research, berät die Kommune in Umweltfragen. Müllprobleme, Luftverschmutzung und Energieknappheit stellen Pune vor gewaltige Aufgaben, berichtete Bharucha im Mai auf einer internationalen Bürgermeisterkonferenz der Stadt Bonn und der InWEnt-Servicestelle Kommunen in der Einen Welt.

„Unser Hauptproblem ist das unkontrollierte Wachstum der Stadt“, sagt Bharucha. Die stete Ausdehnung bedroht die Westghats, eine Bergregion, die mit ihrem Regenwald und vielen Tier- und Pflanzenarten für die biologische Vielfalt in Indien entscheidend ist. In den Stadtrandgebieten wurden sieben Naturschutzflächen ausgewiesen, die grüne Inseln bleiben sollen und miteinander vernetzt sind.

„Hätten wir das nicht rechtzeitig getan, würden diese Gebiete innerhalb von kurzer Zeit entweder bebaut oder sie würden sich in Slums verwandeln“, so der Umweltexperte. In einem Land wie Indien sei es schwierig, ein Bewusstsein für die Umwelt zu schaffen, erläutert Bharucha. „Das Bildungsniveau ist sehr unterschiedlich. Seit zehn Jahren bieten wir Programme für Schulkinder aus Slum-Familien an, damit sie überhaupt einmal Natur erleben können. Nur wer die Natur kennt, kann wissen, warum sie schützenswert ist.“

Monika Zimmermann vom International Council for Local Environmental Initiatives mit Sitz in Freiburg hält das Modell Pune für wegweisend in Asien. „Beim Thema Biodiversität in den Städten stehen wir erst ganz am Anfang,“ sagt sie, „aber zentrale Impulse dafür kommen aus den Ländern des Südens“.


Claudia Mende

welt-sichten 7-2008