Kurz notiert
Die Entwicklungszusammenarbeit ist besser als ihr Ruf, aber längst nicht gut genug. Das war das Resümee einer Tagung von Oxfam und dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) Ende Mai in Berlin. Die UN-Millenniumsziele, Hunger und Armut bis zum Jahr 2015 zu halbieren, werden global betrachtet wohl verfehlt. Aber wie stünde es um diese Ziele, gäbe es keine Entwicklungszusammenarbeit? Oxfam- Berater Reinhard Hermle sagte mit Blick auf die Konferenz für eine effektivere Entwicklungszusammenarbeit im September in Accra, die Geber müssten sich auf ein produktiveres Miteinander und eine bessere Arbeitsteilung einlassen und die Regierungen im Süden mehr Eigenverantwortung übernehmen. DIE-Direktor Dirk Messner ergänzte: „Entwicklungshilfen sind Risikoinvestitionen“ – und die erdrückend große Zahl der Geber für die Empfängerländer sei ein ernstes Problem. Helmut Reisen, der Leiter der Forschungsabteilung des OECD-Entwicklungszentrums in Paris, sprach von einer erforderlichen „Reform-Mittäterschaft“ der Entwicklungsländer. Diesen solle nicht von außen vorgeschrieben werden, was sie zu tun haben, sondern sie selbst müssten Reformen fördern. Reisen wies darauf hin, dass 70 Prozent der entwicklungspolitischen Think Tanks in den OECD-Ländern angesiedelt seien, nur fünf Prozent in Afrika. Und der Botschafter von Ruanda in Berlin, Eugène-Richard Gasana, sagte mit Blick auf die Konferenz in Accra: „Entwicklungshilfe hat ausgedient. Europa braucht Afrika. So sehr wie umgekehrt.“
(di)
