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Schlankere Führung, klarere Strategie

Die Schweizer Entwicklungsagentur DEZA erhält eine neue Struktur

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) wird grundlegend reorganisiert. Außenministerin Michelin Calmy-Rey will damit die in die Kritik geratene Entwicklungsagentur besser auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten.

Ziel der Reform ist nach Angaben des Außendepartements (EDA) eine wirksamere und operationellere Ausrichtung der Entwicklungsagentur DEZA. Der neue DEZA-Direktor Martin Dahinden war bereits bei seinem Amtsantritt Anfang Mai von Bundesrätin Calmy-Rey beauftragt worden, innert Monatsfrist einen Vorschlag für eine Reorganisation der DEZA zu unterbreiten. Die Reformen werden dem EDA zufolge längere Zeit in Anspruch nehmen und ab 2009 auch die Kooperationsbüros im Ausland einschließen.

Was und wie konkret reorganisiert wird, darüber wird das EDA frühestens im Herbst informieren. Fest steht die Stoßrichtung: Mittelfristig soll die DEZA im Feld wieder stärker präsent sein und den Kooperationsbüros in den Partnerländern mehr Verantwortung übertragen werden.

Die Reorganisation ist nicht mit einer Personalabbau-Vorgabe verbunden, betont das EDA. Hingegen wurden ein Einstellungsstopp und ein Moratorium für größere finanzielle Verpflichtungen erlassen, was die Neuausrichtung und Reorganisation erleichtere. Angestrebt werden klarere und schlankere Führungsstrukturen. In die neue kohärentere Struktur aufgehen sollen die Länderdienste, der thematische und der multilaterale Bereich der Entwicklungszusammenarbeit.

Die Reformen bereiten die Verwirklichung der neuen entwicklungspolitischen Strategie des Bundesrates (Regierung) vor und sollen insgesamt die Wirksamkeit der Schweizer Entwicklungshilfe erhöhen. Doppelarbeit soll vermieden und die Zusammenarbeit mit anderen Stellen des EDA und in der Bundesverwaltung verbessert werden.

Wie das Außendepartement in einer Medienmitteilung festhält, nimmt die Reorganisation Forderungen der Geschäftsprüfungskommission (GPK) und aus dem Parlament auf. Die GPK als Kontrollorgan des Parlaments sowie bürgerliche Abgeordnete hatten wiederholt kritisiert, die Schweizer Entwicklungshilfe sei zu verzettelt und zu wenig klar gelenkt (siehe „welt-sichten“, 6/2008, S. 52).


(InfoSüd)

welt-sichten 7-2008