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welt-sichten. Magazin für Entwicklungspolitik und ökumenische Zusammenarbeit

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Mit Zuversicht handeln

Worldwatch Institute (Hg.)
Zur Lage der Welt 2009
Ein Planet vor der Überhitzung
Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2009
300 Seiten, 19,90 Euro


Das Worldwatch Institute hat seinen diesjährigen Bericht zur Lage der Welt ganz unter das Thema Klimawandel gestellt. In sechs Kapiteln befassen sich rund 40 Autorinnen und Autoren aus aller Welt mit allen wichtigen Fragen rund um den klimaverträglichen Umbau von Energieversorgung, Wirtschaft und Lebensmittelproduktion. Neben der Bandbreite an kenntnisreichen Texten zeichnet sich der Band, der in Zusammenarbeit mit Germanwatch und der Heinrich-Böll-Stiftung entstanden ist, durch die zuversichtliche Grundhaltung seiner Autorinnen und Autoren aus. Der Klimawandel sei zwar ohne Zweifel die größte Herausforderung für die Menschheit, doch könne das Klima für die Fortdauer der menschlichen Zivilisation noch gerettet werden – so lautet der Tenor, der sich durch die Texte zieht.

Sie erklären, wie vor allem Menschen in Entwicklungsländern eine Widerstandsfähigkeit gegen die Folgen der Erderwärmung entwickeln können. Die Auswirkungen des Klimawandels auf Biodiversität und Gesundheit werden ebenso beschrieben wie Lösungsvorschläge – etwa, geophysikalische Prozesse zu manipulieren (Geo-Engineering), die CO2-Abscheidung und Elektroautos. Der politische Verhandlungsprozess für ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll wird analysiert; darüber hinaus werden die Vereinbarungen geschildert, die die internationale Gesellschaft zu einer Stabilisierung des Klimas treffen muss.  Ein Glossar erläutert wichtige Begriffe zum Verständnis des Klimawandels.

Diesem Buch sind viele Leserinnen und Leser zu wünschen – gerade vor dem Hintergrund anhaltend schlechter Nachrichten von Wissenschaftlern und humanitären Organisationen, nach denen die Erde sich viel schneller erwärmt als angenommen und die Zahl der Opfer von Naturkatastrophen immer stärker steigt. Denn es vermittelt die Zuversicht, die notwendig ist, um zu handeln. Und es macht zugleich klar, dass es höchste Zeit ist und sich die Menschheit ein Scheitern der Klimaverhandlungen in Kopenhagen schlicht nicht leisten kann. Dabei sind wirklich alle gefragt: Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ebenso wie die Zivilgesellschaft. Im Norden und im Süden.


Gesine Wolfinger