Kurz notiert
Die Finanzkrise hat nach Einschätzung von „Brot für die Welt“ die Entwicklungserfolge von Jahrzehnten zerstört. „Die Armen zahlen für eine Party, die anderswo gefeiert wird“, erklärte die Direktorin des evangelischen Hilfswerks, Cornelia Füllkrug-Weitzel, auf der Bilanzpressekonferenz Anfang Juni in Berlin. Die Krise habe innerhalb weniger Monate mehr Geld vernichtet, als die Staatengemeinschaft in 50 Jahren an Entwicklungshilfe aufgebracht habe.
Füllkrug-Weitzel forderte die Bundesregierung auf, sich beim G-20 Gipfel in Kanada für eine internationale Finanztransaktionssteuer einzusetzen, um die Verursacher der Krise an den „angerichteten Schäden“ finanziell zu beteiligen. Es sei höchste Zeit, die Macht der Finanzmarkt-Akteure politisch in die Schranken zu weisen. Die Mittel aus der Steuer könnten zur Bekämpfung von Armut in Entwicklungsländer verwendet werden, betonte die Theologin. Trotz Finanzkrise hat „Brot für die Welt“ sein Spendenaufkommen im vergangenen Jahr gegenüber 2008 um 6,3 Prozent auf 54,7 Millionen Euro gesteigert. Das Hilfswerk unterstützte 1039 Entwicklungsprojekte weltweit, die meisten davon in Afrika.
(gwo)
Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) ist dem Anfang des Jahres gegründeten Bündnis protestantischer Hilfswerke ACT Alliance beigetreten. Die Allianz koordiniert die Arbeit evangelischer Hilfswerke weltweit. „So werden Doppelungen vermieden, Mittel eingespart und besser auf die Anliegen unserer Projektpartner im Süden gehört“, erklärte EED-Vorstand Claudia Warning. „Wir freuen uns, mit den protestantischen Schwesterorganisationen noch enger zusammenzuarbeiten.“
Die ACT Alliance ist mit mehr als 100 Mitgliedern in 130 Ländern aktiv, verfügt über ein Gesamtbudget von rund 1,1 Milliarden Euro und ist damit eines der größten Hilfsbündnisse weltweit. Das Kürzel steht für „Action by Curches Together“ und bedeutet „Kirchen helfen gemeinsam“. Weitere Mitglieder aus Deutschland sind „Brot für die Welt“ und die Diakonie Katastrophenhilfe.
(lw)
Die Presbyterianische Kirche von Malawi hat die Verurteilung eines Schwulenpaars zur Höchststrafe von 14 Jahren Zwangsarbeit begrüßt. „Wir sind glücklich, dass sie verurteilt worden sind“, sagte Levi Nyondo, der Generalsekretär der Kirche, kurz nach dem Richterspruch im Mai. „Als Kirche unterstützen wir weder Homosexualität noch die gleichgeschlechtliche Ehe.“ Auf internationalen Druck hat Malawis Präsident Bingu wa Mutharika die Verurteilten mittlerweile wieder begnadigt. Gleichzeitig betonte er aber, das Paar habe „ein Verbrechen gegen unsere Kultur, Religion und unsere Gesetze begangen“. Die Männer im Alter von 20 und 26 Jahren waren einen Tag nach ihrer öffentlich gefeierten Verlobung im Dezember verhaftet worden. In Malawi und 37 weiteren Staaten in Afrika wird Homosexualität strafrechtlich verfolgt.
Die Presbyterianische Kirche von Malawi steht mit ihrer Ablehnung von Homosexualität nicht allein. Bei der Weltmissionskonferenz in Edinburgh Anfang Juni haben sich einige afrikanische Kirchenführer gegen die Aufforderung westlicher Kirchenvertreter gewehrt, die Rechte von Homosexuellen endlich anzuerkennen. „Fehler, welche christliche Missionare im 19. und 20. Jahrhundert gemacht haben, sollten im 21. Jahrhundert nicht noch einmal begangen werden“, sagte Tinyiko Maluleke, der Präsident des Südafrikanischen Kirchenrates.
(kb)


