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welt-sichten. Magazin für Entwicklungspolitik und ökumenische Zusammenarbeit

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Kurz notiert

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) hat in ihrem Jubiläumsjahr 2008 die Erträge aus Spenden um rund 3,5 Millionen Euro auf fast 40 Millionen Euro steigern können. Dies teilte der CBM-Direktor Reinhold Behr bei der Jahrespressekonferenz Ende Juni in Bensheim mit. Den Erfolg in der Spendenwerbung führt die CBM auf die vielfältigen Aktivitäten anlässlich des 100-jährigen Bestehens im vergangenen Jahr zurück. Der Anteil der Verwaltungskosten lag bei unter sechs Prozent. Dass das Gesamtergebnis mit 52,79 Millionen Euro (2007: 52,78 Mio Euro) nur geringfügig besser war als im Vorjahr, liege vor allem am Rückgang bei den Einnahmen aus Vermächtnissen, sagte Behr. „Das ist auch ein Resultat der Finanzkrise. Viele Aktienpakete und Immobilien haben an Wert verloren.“ Seit ihrer Gründung 1908 setzt sich die CBM für Menschen mit Behinderung in Entwicklungsländern ein. 2008 förderte die CBM 964 Projekte in 105 Ländern und erreichte dadurch nach eigenen Angaben rund 17 Millionen Menschen. Künftig will die CBM nach Angaben von Behr ihre Arbeit aber auf die 50 ärmsten Länder konzentrieren und noch in 20 weiteren strategisch wichtigen Ländern präsent sein. Davon erhoffe man sich, dass die Hilfe zielgerichteter werde.

(kb)


Das Evangelische Missionswerk in Südwestdeutschland (EMS) rechnet in den kommenden zwei Jahren mit einem Verlust von einer Million Euro. Dies teilte das Werk Ende Juni anlässlich der diesjährigen Sitzung des internationalen Missionsrats in Abokobi (Ghana) mit. Hintergrund seien der prognostizierte starke Kirchensteuerrückgang in den deutschen Landeskirchen sowie der wachsende Wettbewerb auf dem Spendenmarkt. Derzeit beträgt der EMS-Gesamthaushalt rund sieben Millionen Euro. Eine Kommission soll bis November Vorschläge zur Reduzierung von Ausgaben und zur Steigerung von Einnahmen machen. Auf der Sitzung in Abokobi hätten die Delegierten aus drei Kontinenten betont, dass für sie die Zusammenarbeit in der EMS-Gemeinschaft von unschätzbarer Bedeutung sei und dass sie aktiv zur langfristigen finanziellen Sicherung der Aufgaben des Werks beitragen wollen, sagte Bernhard Dinkelaker, der Generalsekretär des EMS. Das Missionswerk mit Sitz in Stuttgart ist ein Zusammenschluss von 23 Kirchen und fünf Missionsgesellschaften aus zehn Ländern in Asien, Afrika, dem Nahen Osten und Europa. Es finanziert sich zum einen aus Beiträgen aus Landeskirchen in Deutschland, zum anderen aus Spenden.

(kb)


Für den neu zu besetzenden Posten des Generalsekretärs des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) stehen zwei Kandidaten fest. Zur Wahl im August treten Park Seong-won, Pfarrer der Presbyterianischen Kirche von Korea, und Olav Fykse Tveit aus der lutherischen Kirche von Norwegen an. Der ÖRK-Findungsausschuss habe sechs Kandidaten interviewt und sich dann auf den südkoreanischen und den norwegischen Pfarrer geeinigt, teilte der ÖRK mit. Park Seong-won ist Professor für Theologie an der Theologischen Universität in Youngnam sowie am Seminar in Kyeongsan. Davor war er in verschiedenen Funktionen beim Reformierten Weltbund (RWB) tätig. Unter anderem vertrat er von 1995 bis 2004 den RWB bei der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen. Park ist Mitglied des ÖRK-Zentralkomitees. Olav Fykse Tveit ist seit 2002 Generalsekretär des Rats für ökumenische und internationale Beziehungen der Kirche von Norwegen. Davor war er Geschäftsführer der Glaubenskommission seiner Kirche sowie der Kommission Staat und Kirche. Tveit arbeitet im ÖRK unter anderem in der Kommission Glaube und Kirchenverfassung und im Ökumenischen Forum für Palästina und Israel mit. Der derzeitige ÖRK-Generalsekretär, Samuel Kobia, hatte bereits im Februar 2008 bekannt gegeben, dass er aus persönlichen Gründen zurücktreten wolle. Er ist seit 2003 im Amt.

(kb)


„Brot für die Welt“ und der Evangelische Entwicklungsdienst haben Mitte Juli auf Papua-Neuguina ihr erstes gemeinsames Büro eröffnet. Die Verbindungsstelle Pazifik mit Sitz in Madang unterstützt mit acht Mitarbeitern zwei Dutzend Partnerorganisationen in Papua-Neuguinea, den Salomonen und Fidschi. Die Fördermittel belaufen sich nach Angaben der beiden Hilfswerke, die bereits seit 40 Jahren in der Region tätig sind, auf rund drei Millionen Euro im Jahr. Zu den Arbeitsfeldern zählen Landwirtschaft, Gesundheitsvorsorge, Frauenförderung und der Kampf gegen HIV/Aids. Der frühere Vorstandsvorsitzende des EED, Konrad von Bonin, sagte bei der Eröffnung des Büros, der Raubbau an Rohstoffen durch internationale Konzerne und die Folgen des Klimawandels gefährdeten die Lebensgrundlagen der Menschen im Pazifik. Er rief die Partner dazu auf, gegen den „Ausverkauf des Landes“ Widerstand zu leisten. „Brot für die Welt“ hat weitere Verbindungsstellen in Äthiopien, Vietnam und Peru, der EED in Botswana und Costa Rica.

(gwo)


Im Vorfeld des diesjährigen G-8-Gipfels im italienischen L’Aquila haben 130 hochrangige Religionsvertreter von den Staats- und Regierungschefs eine geistige Umkehr gefordert. Die weltweite Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise zeige, dass eine gerechte Teilhabe aller Menschen an den Gütern dieser Erde notwendig sei, erklärten sie bei der vierten multireligiösen Versammlung in Rom. Im so genannten Aufruf aus Rom fordern die Vertreter der Weltreligionen unter anderem größere Aufmerksamkeit für die wachsende Migration und die Tatsache, dass diese durch den Klimawandel weiter verstärkt werden könnte. Außerdem riefen sie die Regierungen dazu auf, Steueroasen zu schließen und die Verwirklichung der Millenniumsziele der Vereinten Nationen weiter zu verfolgen. Die Evangelische Kirche in Deutschland war durch den rheinischen Präses Nikolaus Schneider vertreten. Schneider forderte eine Verbesserung der katastrophalen Situation vor allem afrikanischer Flüchtlinge in Süditalien und ein sofortiges Ende der Abschiebungen nach Libyen. Die Religionen müssten ihre Zusammenarbeit verstärken, um dem Verständnis einer menschlichen Gesellschaft als Teil von Gottes Schöpfung Gehör zu verschaffen, forderte Schneider in seiner Eröffnungsrede.

(kb)

welt-sichten 08-2009