Wo ist’s?
Kultur spielt hier eine untergeordnete Rolle. Kinofans können gerade einmal zwischen zwei Lichtspielhäusern wählen, Theater- oder Opernfreunde haben ganz das Nachsehen. Auch historische Bauten sucht man vergebens. Dafür locken Ausflüge in eine der zahlreichen Grünanlagen oder einen Freizeitpark, und auch Golfspieler kommen auf ihre Kosten.
Sehr imposant sind die Sakralbauten: die Nationalmoschee und die christliche Nationalkirche. Sie spiegeln eines der Motive für die Planung der Ansiedlung Ende der 1970er Jahre wider: „Zentrum der Einheit“, so ist es auf den Nummernschildern ihrer Autos zu lesen. In punkto Sicherheit und Sauberkeit erhält sie gute Noten – Rauchen etwa ist auf ihren Straßen verboten – und setzt sich damit deutlich ab vom restlichen Land und dem übrigen Kontinent. Unter täglichen Stromausfällen leiden jedoch auch ihre Einwohner, selbst in den vornehmsten Stadtvierteln. An ihrer Entstehung maßgeblich beteiligt waren Stadtplaner aus Japan und Baufirmen aus Europa. Finanziert wurde das Projekt vor allem aus den Rohstoffeinnahmen des Landes. Die ursprünglichen Pläne sind noch längst nicht verwirklicht. Es fehlt ein echtes Zentrum mit Geschäften und Behörden. Dabei ist es immerhin schon 19 Jahre her, dass die Siedlung ihrer Bestimmung übergeben wurde. Die Bauarbeiten gehen unverdrossen weiter, obwohl sich der Zuzug aus dem Umland angesichts der Immobilienpreise in Grenzen hält. Wo ist’s?
Auflösung aus Heft 7: Gesucht war José Gabriel Condorcanqui alias Túpac Amaru II., der 1780 im heutigen Peru einen Aufstand gegen die Spanier anführte.


