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Kurz notiert

Mit einer Online-Petition will die Initiative „ProcureItfair“, ein Zusammenschluss von nichtstaatlichen Organisationen aus ganz Europa, auf die problematischen Arbeits- und Produktionsbedingungen bei der Herstellung von Computern aufmerksam machen. Dazu haben die Verantwortlichen einen Videoclip produziert und auf der Internetseite „Youtube“ eingestellt. Ziel der Kampagne ist es, 10.000 Unterschriften zu sammeln, die an Hochschulen übergeben werden sollen, da diese zu den größten Einkäufern gehören. Jeder fünfte Computer in Europa wird von öffentlichen Einrichtungen gekauft, die ihre Marktmacht stärker für soziale und ökologische Aspekte einsetzen sollen. Der Großteil der Elektronikprodukte stammt aus Niedriglohnländern wie China, wo den Arbeitern oft grundlegende Rechte verwehrt werden. Selbst bei namhaften Herstellern sind die Arbeitszeiten sehr lang, es gibt kaum Schutz gegen den Kontakt mit Chemikalien, und die Bezahlung reicht nicht zur Existenzsicherung.
„Fair“ produzierte Computer gibt es noch nicht. Die öffentlichen Einkäufer sollen aber trotzdem die Hersteller in ihren Ausschreibungen zur Einhaltung von Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO ermahnen. Damit will „ProcureItfair“ die Industrie darauf hinweisen, dass Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und eine umweltverträglichere Produktion von Computern möglich sind.

(cm)

www.procureitfair.org, www.pcglobal.org

welt-sichten 09-2010