Wer ist’s?
Der Mann hat erfahren müssen, wie schwer es ist, in Afrika die Korruption zu bekämpfen – selbst als Staatspräsident. In seiner achtjährigen Amtszeit konnte sich sein Land im jährlichen Korruptionsindex von Transparency International (TI) kaum verbessern, obwohl der Kampf gegen Unterschlagung und Vetternwirtschaft für ihn höchste Priorität hatte. TI-Gründer Peter Eigen attestierte ihm am Ende seiner Amtszeit dennoch, viel erreicht zu haben, räumte aber auch ein, nicht ganz unparteiisch zu sein, da er ihn sehr gut kenne.
Dreißig Jahre zuvor stand er schon einmal an der Spitze seines Staates, als Präsident einer Militärjunta. Damals hatte er sich viel Respekt verschafft, als er seinen Posten nach drei Jahren an seinen gewählten Nachfolger abgab. Danach half er bei der Gründung von Transparency International und prangerte die Korruption in seiner Heimat an. Dort hatte die Armee wieder geputscht, die ihn prompt für drei Jahre ins Gefängnis warf.
Ein Jahr nach seiner Entlassung kam er das erste Mal per Wahl ins Präsidentenamt und wurde vier Jahre später darin bestätigt. Er strebte eine dritte Amtszeit an, was gegen die Verfassung verstoßen hätte. Erst nach einem Urteil des Obersten Gerichtes lenkte er ein und verzichtete. Im hitzigen Wahlkampf griff er zu Mitteln, die viele Beobachter als unfair werteten: Er bezichtigte seinen schärfsten Widersacher der Korruption, ohne dafür klare Belege zu haben. Wer ist’s?
Auflösung aus Heft 8: Gesucht war die am Reißbrett entworfene nigerianische Hauptstadt Abuja.


