Wie viel Hilfe darf versickern?
Die Geber könnten sich besser vor Korruption schützen – die Grenze zum Inakzeptablen ist aber nicht eindeutig
Von Frank Bliss
Seit einigen Jahren ist die internationale Entwicklungszusammenarbeit (EZ) zunehmend bemüht, sich mit Korruption in ihren Partnerländern auseinanderzusetzen. Unter dem Stichwort „Förderung von Good Governance“ werden Finanzverwaltungen und nationale Rechnungshöfe beraten und es wird die Ausarbeitung von Gesetzen unterstützt, um die Transparenz und die „Accountability“, die Rechenschaftslegung bei der Verwendung von Mitteln, zu erhöhen. Auf diese Weise soll Korruption zumindest erschwert werden. Zugleich soll erreicht werden, dass im Land selbst mehr Geld zur Bekämpfung von Armut zur Verfügung steht. Dies gilt für die Fördermaßnahmen der deutschen EZ ebenso wie für die anderer bilateraler Geber und nahezu aller multilateraler Institutionen.
Frank Bliss
ist Professor für Entwicklungsethnologie an der Universität Hamburg und
beschäftigt sich besonders mit soziokulturellen Fragen von Entwicklung,
Gender und Partizipation.
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