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Kurz notiert

Der Schweizerische Rat der Religionen lehnt die Volksinitiative „Gegen den Bau von Minaretten“ ab, über die am 29. November abgestimmt wird. Es ist das erste Mal, dass der Rat, dem Christen, Juden und Muslime angehören, mit einer gemeinsamen Stellungnahme an die Öffentlichkeit tritt. Der Rat setzt sich für den religiösen Frieden in der Schweiz ein. Die Minarett-Initiative aber bewirke das Gegenteil, heißt es in der Stellungnahme. Sie instrumentalisiere Religion für politische Zwecke und erzeuge Misstrauen.

Der Rat betrachtet die Volksinitiative indes nicht nur als Angriff auf die Religionsfreiheit, sondern auch als Ausdruck von Ängsten in der Bevölkerung. Diese seien ernst zu nehmen, doch mit einem Verbot des Baus von Minaretten könne ihnen nicht sinnvoll begegnet werden. Viel wirkungsvoller sei eine gute Integration von Muslimen. Die Vertreter der Landeskirchen machten in diesem Zusammenhang deutlich, dass ihre Unterstützung der Muslime nicht bedingungslos ist. Für das friedliche Zusammenleben sei entscheidend, welche Inhalte in Kirchen, Moscheen und Synagogen vermittelt würden, hielten sie fest. Die christlichen und jüdischen Gemeinschaften erwarten von den Muslimen Stellungnahmen zu solchen Fragen. Die Muslime wiederum fürchten, damit in eine Rechtfertigungsfalle zu geraten. Im Abstimmungskampf um die Volksinitiative wollen sie sich daher zurückhalten, wie Farhad Af­shar, der Präsident der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS), deutlich machte.

(IS)

 

Wie ist das Recht auf Entwicklung angesichts der damit verbundenen CO2-Emissionen mit dem Klimaschutz vereinbar? Diese Frage stand im Zentrum der Jahreskonferenz der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit Ende August in Zürich. „Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und zum Klimaschutz gehören zusammen“, betonte Martin Dahinden, der Chef der Direktion für Zusammenarbeit und Entwicklung DEZA. Der Klimawandel verschärfe die Armut und treffe arme Länder besonders hart, die kaum zur Erderwärmung beigetragen haben. Für den Klimaschutz und die Bewältigung der Folgen müssten deshalb zusätzliche Mittel bereitgestellt werden.

Im Klimaschutz sind die DEZA und der Bereich „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ im Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) auf unterschiedlichen Ebenen aktiv. Sie führen beispielsweise Programme zur Agrarforschung in der Sahelzone, zur Energieeffizienz in Indien und zur nachhaltigen Nutzung des Waldes in Peru durch. Die Schweiz fördert außerdem erneuerbare Energien und den Transfer von klimafreundlichen Technologien. So baut das SECO beispielsweise sein Engagement beim Recycling von Elektronikschrott in Lateinamerika aus. Perus Umweltminister Antonio Brack unterzeichnete vor der Jahreskonferenz ein entsprechendes Projektabkommen. Ein zweites Abkommen mit der DEZA zielt darauf ab, die Verwundbarkeit der armen Bevölkerung im peruanischen Hochland infolge des Klimawandels zu reduzieren.

(IS)