UNDP
Human Development Report 2009
Overcoming barriers: Human mobility and development
New York 2009, 218 Seiten,
www.hdr.undp.org/en/reports/global/hdr2009
Migration kann einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung im Herkunftsland leisten – vor allem dann, wenn sie von den Gastländern besser organisiert wird. Zugleich ist sie Ausdruck des teilweise krassen Gefälles zwischen Ländern und Regionen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue UN-Bericht über die menschliche Entwicklung (Human Development Report, HDR).
Der Bericht erinnert daran, dass die weitaus meisten Migranten nicht von armen in reiche Länder wandern, sondern lediglich den Ort innerhalb ihrer Heimatländer wechseln (740 Millionen) oder in Nachbarländer umsiedeln (200 Millionen). Lediglich 70 Millionen der grenzüberschreitenden Migranten weltweit seien in ein höher entwickeltes Land gezogen. Nur ein Prozent der Afrikaner lebt laut dem Bericht in Europa.
Die meisten Migranten lassen sich dort nieder, wo die wirtschaftliche und politische Lage besser ist als in ihrer Heimat. Von dort leisten viele mittels Rücküberweisungen an Angehörige einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung ihrer Heimatländer. Der Bericht beruht auf Daten von 2007. Dass infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise hunderttausende Arbeitsmigranten in ihre Heimat zurückkehren mussten, ist daher noch nicht berücksichtigt.
Andererseits werden Fachkräfte, die ins Ausland gehen, oft auch im eigenen Land gebraucht. Nicht zuletzt deshalb appellieren die Autoren des Berichts an die Zielländer, vermehrt auch geringer Qualifizierte aufzunehmen und temporäre Zuwanderung zu erleichtern. Klar sei außerdem, dass Migration zwar Entwicklung fördern, eigene Anstrengungen der Herkunftsländer sowie Entwicklungshilfe der Geber aber nicht ersetzen könne.
Im Länder-Ranking des HDR gilt Norwegen unverändert als Land mit der höchsten Lebensqualität. Auf den hintersten Plätzen der 182 Staaten liegen Afghanistan und Niger. Am stärksten verbessern konnten sich Kolumbien (77/+8) und China (92/+7). Deutschland liegt wie im Vorjahr auf Rang 22.
(di)
