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welt-sichten. Magazin für Entwicklungspolitik und ökumenische Zusammenarbeit

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Kurz notiert

Wir leben alle über unsere Verhältnisse. Fairshare heißt eine neue Initiative, mit der drei kirchliche Organisationen das Bewußtsein dafür schärfen wollen, dass der Energie- und Rohstoffverbrauch in den reichen Ländern den gesamten Planeten schädigt. Die katholische Dreikönigsaktion, die Diakonie Auslandshilfe und das Welthaus Graz-Seckau haben Anfang November eine Homepage ins Netz gestellt, die zu einem „nachhaltigen Lebensstil verknüpft mit einem Beitrag zur globalen Gerechtigkeit“ einlädt. Das Ansteigen des Meeresspiegels und die Zerstörung von Mangrovenwäldern haben in manchen Entwicklungsländern bereits Lebensraum vernichtet. Im Norden dagegen handelten Regierungen nur zögerlich Verpflichtungen für Abgasreduktionen aus und öffneten sich dann über den Emissionshandel Hintertüren. Österreich werde gern als Umweltparadies dargestellt, doch laut einem Bericht der Europäischen Umwelt­agentur wird es als einziges Land der 15 „alten“ EU-Mitglieder sein Kyoto-Ziel nicht erreichen.

Die Initiatoren der Initiative mahnen einen „Umfairteilungsprozess“ in zwei Bereichen an: zum einen Entlastung der Umwelt in den Überflussgesellschaften, indem der Verbrauch reduziert wird, zum anderen finanzielle Unterstützung der armen Länder bei der Anpassung an den Klimawandel. Auf der Homepage wird ein Rechner angeboten, über den jeder seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck errechnen kann. Laut Fairshare-Koordinatorin Sabine Gruber gehe es der Initiative nicht in erster Linie um das Klima, sondern um den Ressourcenverbrauch. In Kopenhagen werde man zwar präsent sein, doch sei die Weltklimakonferenz nur der Anlass, die vorerst für zwei Jahre finanzierte Initiative zu lancieren.

(rld)

www.fairshare.at

welt-sichten 12-2009/01-2010