Nicht reif für die Revolution
Warum in Algerien kein Umsturz wie in den Nachbarländern zu erwarten ist
Von Luis Martinez
Anders als in Tunesien, Ägypten und Libyen hat sich das Volk in Algerien nicht gegen seine Regierung erhoben. Dabei kommt es auch hier seit Jahren immer wieder zu örtlichen Protesten. Doch die Algerier verfolgt noch immer das Trauma des brutalen Bürgerkriegs in den 1990er Jahren. Die Polizei ist erfahren in der Eindämmung von Protesten, und die Regierung hat dank sprudelnder Öleinnahmen in die Sozialsysteme und die wirtschaftliche Entwicklung investiert. Das hat der Opposition den Wind aus den Segeln genommen.
Luis Martinez
ist Forschungsdirektor am politikwissenschaftlichen Institut CERI in Paris und arbeitet zur Zeit am Zentrum für Afrika- und Mittelmeerforschung (CERAM) in Rabat. Er hat unter anderem ein Buch über den algerischen Bürgerkrieg und eines über die Gewalt der Öl-Renten in Algerien, Libyen und Irak vorgelegt.
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