Saubere Energie für Afrika
Lediglich acht der 54 afrikanischen Staaten haben sich bislang ehrgeizige Ziele zur Erzeugung „sauberen" Stroms durch erneuerbare Energien gesetzt. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) sieht auf dem Kontinent ein bislang ungenutztes Potenzial und erklärt in einem neuen Bericht, wie es sich besser ausschöpfen lässt.
Noch hat die Hälfte der Bevölkerung von Subsahara-Afrika keinen Zugang zu Strom und wenn, dann stammt er aus fossilen Brennstoffen, die die Umwelt - und zum Teil auch die Gesundheit - schädigen. Zugleich besitze Afrika Ressourcen wie Sonne, Biomasse und Wind im Überfluss, erklärte UNEP-Direktor Achim Steiner bei der Vorstellung des Berichtes. Das gilt laut Studie vor allem für die Kapverden, Kenia, Madagaskar, den Sudan und den Tschad. Nun gelte es, private Investoren zu finden, die diese Ressourcen für die Stromversorgung erschließen. Voraussetzung: eine geschickte Energiepolitik, die die richtigen Anreize setzt. Keine bahnbrechende Erkenntnis, aber immerhin hält die Studie auch Vorbilder bereit: Kenia und Uganda. Für ländliche Regionen empfehlen die Experten angesichts fehlender Stromnetze kleine Windkraft-, Biomasse- und Solaranlagen für einzelne Haushalte oder Dörfer. Wie so oft, sind die großen Linien und Ziele klar - aber die Verwirklichung dürfte noch ein hartes Stück Arbeit werden, für nationale Regierungen, die UN, die privaten Investoren. 2012 ist das „Internationale Jahr der nachhaltigen Energie für Alle" und das Thema wird bei Rio+20 eine große Rolle spielen. Mal schauen, für wie viele Arme damit das Leben tatsächlich leichter wird. (gka, 21.02.2012)

