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Grüne Gentechnik: Kindische Kritik

Kaum eine Debatte ist so öde und so wenig zielführend wie die über Gentechnik in der Landwirtschaft. Das liegt auch daran, dass sich ihre Kritiker oft so wenig Mühe geben, ihre Einwände zu begründen. Eine neue Studie, für die die indische Ökologin Vandana Shiva verantwortlich zeichnet, belegt das einmal mehr.   

Das Papier trägt den Titel „Der Gentechnik-Kaiser hat keine Kleider an" - und damit ist der Inhalt eigentlich auch schon vollständig zusammengefasst: Gentechnisch veränderte Pflanzen bringen keine höheren Erträge, reduzieren nicht den Pestizideinsatz, die Industrie hat ihre vollmundigen Versprechen nicht erfüllt. Schlimmer noch: Grüne Gentechnik stürzt die Bauern überall auf der Welt ins Verderben, in Indien sogar hunderttausendfach in den Selbstmord, sie zerstört die Umwelt, schädigt unser aller Gesundheit und, ja, bedroht angesichts der zunehmenden Macht der Saatgutkonzerne sogar die Demokratie. Das alles wird als „Wahrheit" kundgetan, wer zu anderen Ergebnissen komme, etwa was die Bauernselbstmorde in Indien betrifft, habe Daten manipuliert oder betreibe keine echte Wissenschaft. Vandana Shiva und ihre Koautorinnen gefallen sich sichtlich in der Rolle des mutigen Kindes, das inmitten der irregeleiteten (oder einfach nur zu bequemen oder feigen) Masse ruft: „Er hat ja gar nichts an!" Eine seriöse Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen grüner Gentechnik sieht freilich anders aus. Die Studie von Shiva und ihren Kolleginnen ist genauso aufschlussreich und glaubwürdig wie ein Verkaufsprospekt des Gentechnikriesen Monsanto. (ell)

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