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Auf dem Datenhighway zu den Millenniumszielen?

Kommen Entwicklungsländer mithilfe von Breitband-Datenleitungen schneller aus der Armut? Wohl kaum, heißt es in einer Studie des Washingtoner Center for Global Development. Auch wenn interessierte Kreise das Gegenteil behaupten.   

Charles Kenny knöpft sich in seinem Papier das Wirken der Broadband Commission for Digital Development vor. Die wurde vor zwei Jahren von der UN-Kulturorganisation Unesco und der Internationalen Union für Telekommunikation (ITU) eingerichtet. Seither trommelt sie für den Auf- und Ausbau von Hochgeschwindigkeitsdatenleitungen in Afrika und anderen Entwicklungsregionen. In einem ihrer Berichte heißt es, das würde enorme Fortschritte in Bereichen wie Gesundheitsversorgung, Bildung, Armutsbekämpfung und Wirtschaftswachstum bringen. Kenny hält dem entgegen, dass das letztlich alles nur Behauptungen sind, für die es bislang kaum empirische Belege gebe. Unter den vielen Widrigkeiten etwa, mit denen Unternehmen in Entwicklungsländern täglich zu kämpfen hätten, sei die Geschwindigkeit der Datenübertragung  eher vernachlässigbar. Und Anwendungen wie das mobile Bezahlsystem M-Pesa in Kenya, die einen echten Fortschritt gebracht hätten, funktionierten auch ohne Breitbandverbindung. In der UN-Kommission vertreten sind übrigens auch Firmen wie Qualcomm oder Alcatel, die ihr Geld mit Informations- und Kommunikationstechnologien verdienen. Die Begeisterung für Investitionen in Breitbandnetze überrascht also nicht wirklich. Fragt sich nur, warum die Unesco und die ITU ihre guten Namen dafür hergeben. (ell, 26.1.2012)

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Markus schrieb am 28.01.2012 um 12:43:01
Die Installation von Breitband-Leitungen zum Selbstzweck zu erheben, macht wohl wenig Sinn. Das Ziel - und die treibende Kraft - sollte wohl eher der konkrete Nutzen sein, der daraus gezogen wird. Während ein Schüler, der, wie in dem Papier von Charles Kenny erläutert, pro Jahr mit weniger als 1$ für Schulsachen auskommen soll, dann bringt ein 100$ Laptop eher nicht den effizientesten Nutzen. Andere Zielgruppen wiederum können aus vernünftig schnellen Internetverbindungen Mehrwert erzeugen bzw. benötigen diese, z.B. Universitäten, um Forschung zu betreiben. Es wurde bereits empirisch nachgewiesen, dass isolierte Investitionen in IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) kaum nachweisbaren Effekte auf menschliche Entwicklungsziele haben. Andererseits wurde aber ebenfalls statistisch belegt, dass IKT-Investitionen, die abgestimmt sind mit Investitionen z.B. in Bildung und Gesundheit, positive Effekte haben (Ngwenyama etal (2006): Is There A Relationship Between ICT, Health, Education And Development? An Empirical Analysis of Five West African Countries from 1997-2003).

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