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Landverkauf als Staatsbildung

Der Verkauf riesiger Landstücke an Großinvestoren kann gefährliche Folgen für Konflikte haben. In Äthiopien etwa versucht die Zentralregierung, damit Grenzzonen unter ihre Kontrolle zu bringen, erklärt eine neue Studie von Chatham House.        

Untersuchungen zum so genannten Land Grabbing fragen bisher vor allem nach den Folgen für die lokale Bevölkerung, die Umwelt und die Entwicklungschancen betroffener Länder. Jason Mosley betont am Beispiel des Horns von Afrika, dass Landinvestitionen nicht konfliktneutral sind, und fordert, sie vor dem Hintergrund der Konfliktgeschichte zu sehen. Er stellt zusammen, was über große Landgeschäfte in Äthiopien, dem Sudan und Südsudan bekannt ist. So sind in beiden Ländern die meisten Käufer Inländer, die größere Gesamtfläche wird aber in Äthiopien Ausländern überlassen, und zwar vor allem in Randgebieten des Landes. Jason deutet das als Versuch, mit Hilfe privater Investoren die Staatsbildung voranzutreiben und die Reichweite des Staates zu erhöhen: Die Regierung führe so Versuche schon des äthiopischen Kaiserreichs fort, eroberte Gebiete unter zentrale Kontrolle zu bringen. Dem widersetzen sich bis heute Volksgruppen in den Randgebieten. Die Landgeschäfte, warnt Jason, können daher leicht Konflikte anheizen - angesichts der Spannungen zwischen den Staaten am Horn auch über Landesgrenzen hinweg. (bl, 12.2.2012)

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