Kulturtipps
Berlin
bis 24. Juni 2012
Art and Press
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts setzen sich Künstler mit der Zeitung als Instrument der Aufklärung oder der Manipulation auseinander. Zu sehen sind mehr als 50 Arbeiten von Andy Warhol, Robert Rauschenberg und Joseph Beuys über Sigmar Polke, Gerhard Richter und Anselm Kiefer bis zu Ai Weiwei, Richard Prince und Rirkrit Tiravanija. Der junge iranische Künstler Farhad Moshiri beschäftigt sich in seiner Installation "Kiosk de Curiosité" mit dem Thema Zensur. Ai Weiwei hat für die Ausstellung eine Rauminstallation aus Armier-Stahl geschaffen. Das Material stammt von einem erdbebenzerstörten Schulgebäude, unter dem über 1000 Schüler begraben wurden - der Stahl als Beweisstück auf der Suche nach der Wahrheit, über die in China nicht berichtet werden durfte.
Martin-Gropius-Bau
Kontakt: Tel. 030-25486-0
www.gropiusbau.de
Berlin
bis 28. Oktober 2012
Indianische Moderne
Kunst aus Nordamerika
Etwa 90 Gemälde, Grafiken und Skulpturen gewähren einen Einblick in die indianische Kunst des späten 20. Jahrhunderts aus den USA und Kanada. Im Zentrum steht die kontinuierliche Entwicklung dieser Kunst in den vergangenen 40 Jahren, der so genannten "Indianischen Moderne", die in Deutschland trotz der traditionellen Bewunderung für die indianische Kultur nur wenig bekannt ist. Sie vereint die traditionellen Wurzeln mit europäischen Einflüssen. Die sozialen Bewegungen der 1960er Jahre verhalfen ihr zu neuen, eigenständigen Formen Zahlreiche Werke zeigen die tägliche Auseinandersetzung mit den sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Umständen in der nordamerikanischen multiethnischen Gesellschaft.
Ethnologisches Museum
Kontakt: Tel. 030-266424242
www.smb.museum/indianischemoderne
Bonn
bis 3. Juni 2012
Europa trifft China - China trifft Europa
Die Anfänge des Wissensaustauschs: Jesuiten-Missionare in China
vom 16. bis zum 18. Jahrhundert
Europa
und China blicken auf über 400 Jahre wissenschaftliche Kooperation
zurück. Dabei spielte auch das Rheinland eine Rolle: Der Jesuit Johann
Adam Schall von Bell (1592-1666) aus Lüftelberg bei Meckenheim stieg
sogar zum chinesischen Staatsbeamten Erster Klasse auf und stand in
Peking dem Astronomischen Amt vor. Die Ausstellung erzählt von der
wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den europäischen
Forscher-Missionaren und chinesischen Gelehrten wie Xu Guangqi
(1562-1633), illustriert durch reiches Bildmaterial und inszeniert in
einer luftigen Konstruktion aus Bambus.
Bundeskunsthalle
Kontakt: Tel. 0228-91710
www.bundeskunsthalle.de
Dresden
bis 30. Dezember 2012
Die Leidenschaften
Ein Drama in fünf Akten
Die Ausstellung erzählt die Kulturgeschichte der Leidenschaften der vergangenen 3000 Jahre seit der Antike. Knapp 400 Exponate von 87 Leihgebern aus dem In- und Ausland illustrieren elf Leidenschaften wie Liebe, Begierde, Zorn, Angst, Scham, Ekel und Trauer. Die Besucherinnen und Besucher erleben auf ihrem Rundgang fünf Bühnenbilder mit jeweils ähnlichen Wohnungen, die von den Leidenschaften verwandelt werden. Es geht um die Entstehung und den Ausbruch von Emotionen ebenso wie um ihre Zähmung durch Erziehung und Religion. Zu sehen sind unter anderem ein Beichtstuhl, die Tatwaffe eines Affektmordes und ein Video mit einem Wutausbruch des Schauspielers Klaus Kinski.
Hygienemuseum
Kontakt: Tel. 0351-4846-400
www.dhmd.de
Heidelberg
bis 29. Juli 2012
„Glück wie das Meer im Osten ..."
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Asien als Heimat einer Vielzahl religiöser und kultureller Traditionen, die im Laufe der Geschichte unterschiedliche Vorstellungen von Glück prägten. Sichtbar werden diese Vorstellungen etwa in Skulpturen und Malereien von Glücksgöttern und Glücksorten sowie in Glückszeichen, die Alltagsgegenstände zieren.
Völkerkundemuseum
Kontakt: Tel. 06221-22067
www.voelkerkundemuseum-vpst.de
Mannheim
bis 30. September 2012
Musik-Welten
Musik ist künstlerische Ausdrucksform und gesellschaftliches Bindemittel zugleich: sie bringt Menschen zusammen, lässt sie miteinander tanzen, singen oder musizieren. Sie findet sich in allen Epochen und in allen Kulturen. Die Sonderausstellung der Reiss-Engelhorn-Museen zeigt anhand seltener Musikinstrumente, wie in anderen Zeiten und bei anderen Völkern Klänge erzeugt wurden. Mit einem Audioguide können Besucher die Geschichte von Rock, Pop und Klassik sowie die Verbindungen zwischen Musiktraditionen verfolgen.
Museum Bassermannhaus
Kontakt: Tel. 0621-2933150
www.rem-mannheim.de
München
bis 16. September 2012
Letzte Ölung Nigerdelta
Das Drama der Erdölförderung in zeitgenössischen Fotografien
Seit 1956 zerstört im westafrikanischen Nigerdelta die Erdölförderung durch Großkonzerne die Lebensgrundlage der einheimischen Bevölkerung. Bilder von internationalen Fotografen aus der Region bezeugen ökologische und soziale Tragödien. Sie lassen keinen Zweifel an der Not der Menschen und den Schäden für die Umwelt. Die Bevölkerung hat gelernt, mit der alltäglichen Katastrophe zu leben. Ihr häusliches Umfeld steht in der Ausstellung in spannungsgeladener Beziehung zu mediengerecht inszenierten Bildern. Ergänzt werden die Fotografien von Objekten und traditionelle Kunstwerke aus dem Nigerdelta.
Staatliches Museum für Völkerkunde
Kontakt: Tel. 089-210136-100
www.voelkerkundemuseum-muenchen.de
Speyer
bis 2. September 2012
Ägyptens Schätze entdecken
Meisterwerke aus der weltberühmten Sammlung des ägyptischen Museum in Turin
Mehr als 300 Exponate aus dem Ägyptischen Museum in Turin sind zurzeit in der Pfalz zu Gast. Das Historische Museum in Speyer zeigt Skulpturen, Reliefe, Mumien und Gebrauchsgegenstände, die mehr als 3000 Jahre fast unversehrt überstanden haben. Sie sind eingebunden in eine aufwändige Inszenierung, die die Besucher und Besucherinnen in die Welt einer längst vergangenen Hochkultur entführt. Zu den herausragenden Exponaten zählt unter anderem die rund 3000 Jahre alte Statue des Pharaos Thutmosis I. Spektakulär präsentieren sich auch die Särge des altägyptischen Schreibers Butehamun oder die nahezu vollständig erhaltenen Funde aus dem Grab des Minhotep. Die kunstvollen Grabbeigaben darin zeugen von den meisterhaften Werkstätten in der altägyptischen Stadt Assiut.
Historisches Museum der Pfalz Speyer
Kontakt: Tel. 06232-13250
www.aegypten.speyer.de
Stuttgart
bis 14. Oktober 2012
Maori. Die ersten Bewohner Neuseelands
Die Ausstellung lädt dazu ein, die Welt der Maori, der Ureinwohner Neuseelands, im 21. Jahrhundert zu entdecken. Sie stellen heute 15 Prozent der Bevölkerung,; sie beharren stolz auf ihren Traditionen und Ausdrucksformen und kämpfen zugleich um gesellschaftliche Anerkennung. Rund 95 Objekte nehmen Besucherinnen und Besucher mit auf die Reise zu den mythischen Booten der ersten Entdecker, den zentralen Versammlungsorten, den Genealogien der großen Stämme und kleineren Gemeinschaften, und den Objekten der Ahnen, denen Kraft und Leben zugeschrieben wird. Zeitgenössische Kunst ergänzt Sammlungsobjekte aus drei Jahrhunderten, Video- und Audio-Sequenzen reflektieren und dokumentieren Tradition und Wandel.
Lindenmuseum
Kontakt: Tel. 0711-2022-579
www.lindenmuseum.de
Schweiz
Bern
bis 1. Juli 2012
Mord und Totschlag. Eine Ausstellung über das Leben
Medien, Spielfilme und Literatur greifen immer wieder reale und erfundene Kapitalverbrechen auf, die Tabu- und Grenzbereiche menschlichen Handelns vor Augen führen. Die Geschichten befriedigen die Sensationsgier, fordern aber auch zum Nachdenken über den Umgang mit Mördern und über die Ursachen der Verbrechen heraus. Die Ausstellung beleuchtet das Phänomen Gewaltverbrechen in seiner historischen und heutigen Dimension und will dem Besucher die eigene Schaulust vor Augen führen.
Historisches Museum Bern
Kontakt: Tel. 0041-31-35077-11
www.bhm.ch
St. Gallen
bis 1. Juli 2012
Cotton worldwide - Baumwolle weltweit
Was wäre die Bekleidungsindustrie ohne Baumwolle? Der Fotograf Hans-Peter Jost und die Journalistin Christina Kleineidam zeigen mit ihren Bildern und Reiseberichten, wie der Rohstoff angebaut, geerntet, verarbeitet und vermarktet wird. Zwischen 2006 und 2008 bereisten sie die sieben wichtigsten Baumwolle produzierenden und verarbeitenden Länder: Brasilien, China, Indien, Mali, Tansania, Usbekistan und die USA. Sie stellen Menschen aus der Baumwollindustrie vor, thematisieren aber auch soziale und ökologische Probleme und machen auf die globalen Zusammenhänge zwischen Produktion und Konsum aufmerksam. Ergänzt wird die Ausstellung mit Museumsobjekten und historischen Dokumenten.
Historisches und Völkerkundemuseum
Kontakt: 0041- (0)71-242 06 42
www.hmsg.ch
Zürich
bis 3. Juni 2012
Helden - ein neuer Blick auf die Kunst Afrikas
Die Plastiken aus dem 12. bis 19. Jahrhundert zeigen Monarchinnen und Monarchen, Kriegshelden und Staatsgründern, die Afrikas vorkoloniale Vergangenheit prägten. Zu sehen sind bis zu lebensgroße Figuren; naturalistische Benin-Bronzen und Ife-Terrakotten aus Nigeria, Porträtköpfe der Akan von der Elfenbeinküste und aus Ghana, Holzfiguren der Bangwa und Kom des Kameruner Graslandes, Fürstenfiguren der Chokwe aus Angola und Sambia sowie die geschnitzten Helden der Luluwa, Hemba und Kuba aus der Demokratischen Republik Kongo machen die Vielfalt der afrikanischen Plastik deutlich.
Museum Rietberg
Kontakt: Tel. 0041-44-2063131
www.rietberg.ch/de
