Seite drucken        Seite schließen 

 

Schriftgröße: - +   Kontakt    Sitemap


Kulturtipps 


Chronist der goldenen Stadt

Jürgen Schadeberg, dessen Werk eine Zeitspanne von mehr als einem halben Jahrhundert umfasst, zählt nicht nur zu den bedeutendsten Fotografen Südafrikas. Der geborene Berliner entwickelte sich seit seiner Emigration im Jahre 1950 zu einem der wichtigsten Chronisten der Apartheid. Als einer der ersten weißen Fotografen dokumentierte er schonungslos die von Gewalt und Brutalität geprägten Lebens- und Arbeitsbedingungen der schwarzen Bevölkerung.

Zugleich hielt er die Kultur der Schwarzen in den Townships fest, die sich trotz aller Härten in den 1950er Jahre entwickelte. Als Reporter und Art Director bei dem legendären Lifestyle-Magazin DRUM fotografierte er Jazz-Clubs, Schönheitssalons und die ersten schwarzen Covergirls, was ihm eine von vielen Verhaftungen eintrug. Die schwarz-weiß-Aufnahmen aus dieser Zeit werden ergänzt durch Farbfotografien des heutigen Johannesburg. Die Ausstellung erzählt von der Entwicklung der Stadt, von den Wünschen und Ängsten ihrer Bewohner.

Rantum/Sylt
20. Juni bis 14. September 2008
Egoli – Tales from the City of Gold
- Fotografien von Jürgen Schadeberg -
kunst:raum sylt quelle
Kontakt: Tel. +49 (0)4651/92033
www.kunstraum-syltquelle.de


Rot – wenn Farbe zur Täterin wird

Dem Phänomen „Rot“ widmet das größte ethnologische Museum der Schweiz,das Museum der Kulturen in Basel, eine umfangreiche Aus- stellung. Rund 300 Exponate an 14 „Tatorten“ führen auf eine Spurensuche durch unterschiedliche Glaubenswelten. Im alten Ägypten galt „Rot“ als Farbe der Wüste und des zerstörerischen Gottes Seth, der das Böse verkörperte. Frühgeschichtliche Jagdvölker hingegen schrieben ihr lebenserhaltende Kräfte zu. Im Hebräischen waren die Begriffe Blut und Rot sowohl positiv als auch negativ besetzt. Macht und Herrschaft über Leben und Tod, Hass, Krieg, Aggression und Blutvergießen stehen Kraft, Liebe,Wärme und Leidenschaft gegenüber.

Das zinnoberrote Gewand von Christus im Isenheimer Altar erinnert an eine lodernde Flamme und symbolisiert im Streben zum Himmel das Sinnbild des Göttlichen: Christus als Erlöser der Finsternis und Führer zum Licht. Auch der Glaube, dass die Farbe Rot vor bösen Einflüssen schütze,war seit jeher weit verbreitet. Gegenstände, Bäume und Tiere wurden mit roter Farbe oder Blut bestrichen. Einige Völker tauchten Neugeborene in das Blut besonders schöner und kräftiger Tiere oder badeten, wie der Held der Siegfried-Sage, selbst im Blut erlegter Tiere in dem Glauben, unverwundbar zu werden.

bis 31.08.2008
Wenn Farbe zur Täterin wird
Museum der Kulturen Basel
Kontakt: Tel. +41 (0)612665600
www.mkb.ch

Berlin
29. August bis 2. November 2008
In der Wüste der Moderne
Koloniale Planung und danach

Mit einer Ausstellung, einer internationalen Konferenz sowie einem umfangreichen Begleitprogramm stellt das Projekt „In der Wüste der Moderne“ Architekturen und urbanistische Konzepte vor, die in den 1950er und 1960er Jahren in Nordafrika und Westeuropa unter den Bedingungen anti-kolonialer Befreiungskämpfe und transnationaler Migration entwickelt wurden.

Haus der Kulturen der Welt
Kontakt: Tel. 030-397870,
www.hkw.de


Berlin
27. August bis 16. November 2008
Aserbaidschan – Land des Feuers
5000 Jahre Geschichte und Kultur im Kaukasus

Exponate aus aserbaidschanischen Museen geben Einblick in die bewegte Kulturgeschichte des Landes, das aufgrund seiner geografischen Lage Jahrhunderte lang im Spannungsverhältnis von Persien, Osmanischem Reich und Russland stand. Sie werden in dieser Ausstellung zum ersten Mal in Europa gezeigt.

Ethnologisches Museum
Kontakt: Tel. 030-8301-438,
www.smb.spk-berlin.de


Bayreuth
bis 31. August 2008
Ein Meer aus Indigo

Vor einigen Jahrzehnten noch waren Indigostoffe als Kleidung von Senegal bis Kamerun weit verbreitet. Heute sind die aus Pflanzen hergestellten tiefblauen Gewebe fast völlig von industriell gefärbten Stoffen verdrängt. So sind die aus der Sammlung Uli Beier im Iwalewa-Haus beheimateten nigerianischen Stoffe inzwischen zu Kostbarkeiten geworden.
Für eine kurze Zeit werden sie nach jahrelanger Lagerung wieder öffentlich präsentiert.

Iwalewa-Haus – Afrikazentrum der Universität Bayreuth
Kontakt: Tel. 0921-554601
www.iwalewa.uni-bayreuth.de
 

Dresden
Bis 2.11.2008
Glück – welches Glück
Deutsches Hygiene-Museum

Eine Glücksformel wird zwar nicht präsentiert. Aber der fantasievoll angelegte Erlebnisparcours aus Exponaten der Kunst- und Kulturgeschichte, wissenschaftlichen Objekten und zeitgenössischer Kunst zeigt, wie gute Gefühle entstehen. Orientierung bieten szenografische Bilder, die der afrikanische Künstler Meschac Gaba als künstlerischer Gestalter der Ausstellung für die unterschiedlichen Facetten des Glücks entworfen hat.

Kontakt: Tel. 0351/4846-400
www.dhmd.de

 
Goch
30. August bis 19. Oktober 2008
David Koloane

Mit einer Ausstellung von bisher unveröffentlichten Arbeiten auf Papier würdigt das Museum Goch den südafrikanischen Künstler David Koloane zu seinem 70. Geburtstag. Gezeigt werden Stadtansichten von Johannesburg, Blicke in die Straßenfluchten, in denen sich die Pendler drängen, sowie Portraits von Prostituierten. Koloane zählt zu den bedeutendsten Künstlern in Südafrika. Er gründete in den 1970er Jahren die erste Galerie für schwarze Künstler im Land und 1991 die Bag Factory, ein Atelierhaus in Johannesburg, das bis heute eines der wichtigsten Zentren der südafrikanischen Kunstszene ist.

Museum Goch
Kontakt: Tel. 02823-970811,
www.museum-goch.de  


Hamburg
bis 7. September 2008
Teufelskralle goes public

Die Afrikanische Teufelskralle steht im Mittelpunkt der interaktiven Ausstellung, die nach ihrer ersten Station in Hamburg durch Deutschland touren soll. Am Beispiel der Heilpflanze, deren Wirkstoffe Schmerzen und Entzündungen bei rheumatischen Erkrankungen lindern, werden die Themen „Nachhaltigkeit“ und „gerechter Vorteilsausgleich“ behandelt. Die weltweite Nachfrage nach der Teufelskralle ist in den vergangenen 15 Jahren stark gewachsen. Das wirkt sich auf den Bestand der Pflanze aus. Zudem geht es in der Ausstellung um die Frage, ob die afrikanischen Sammler von der Nachfrage profitieren können.

Museum für Völkerkunde Hamburg, Botanischer Verein zu Hamburg
Tel. 040-4289795 
www.voelkerkundemuseum.com

 
Hamburg
bis 21. September 2008
Ein Jugendorchester in Palästina
Fotografien von Peter Dammann

Der mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnete Fotograf Peter Damman begleitet seit April 2004 den von der Barenboim-Said-Stiftung initiierten Aufbau des palästinensischen Jugendorchesters „West-Eastern Divan Orchestra“. Präsentiert werden ca. 60 von ihm selbst vergrößerte Schwarzweiß-Fotografien, die während seiner Reisen in den vergangenen Jahren entstanden sind. 

Museum für Kunst und Gewerbe
Kontakt: Tel. 040-4281342732,
www.mkg-hamburg.de


Münster

29. bis 31. August 2008
Literatur aus China
Im Dienste der Kunst, der Politik oder des Kommerzes?

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Sinologie der Universität Münster werden Art und Rolle der Literatur in China in verschiedenen Epochen vorgestellt. Hierzu gehören das „alte China“, die Zeit zwischen 1949 bis zur Kulturrevolution und die erste Öffnung des Landes 1979 bis zur Kommerzialisierung. Auch chinesische Autoren außerhalb der Volksrepublik werden berücksichtigt.

Akademie Franz-Hitze-Haus
Kontakt: Tel. 0251-98180,
www.franz-hitze-haus.de


Stuttgart

17. Mai bis 21. September 2008
Grönland-Inuit: Leben am Rande der Welt
Linden-Museum

Die Sonderausstellung verbindet Gegenwart, Geschichte und Zukunft der Grönland-Inuit. Zu sehen sind Aufnahmen des Schweizer Fotografen Markus Bühler Rasom, der die harten Lebensbedingungen im nördlichsten Teil der Erde seit zehn Jahren dokumentiert. Daneben wird anhand von Kleidung, Jagdausrüstung und Bootsmodellen das traditionelle Leben der Inuit dargestellt.

Kontakt: Tel. 0711/2022-3
www.lindenmuseum.de


bis 17. August 2008
Grün der Zeit
Landschaftsplanungen in und aus Peking

Chinas junge Landschaftsplaner setzen sich mit der chinesischen Landschaftsarchitektur und deren Philosophie, Religion, Symbolik und Naturauffassung auseinander. Das trifft für ein kleines Café nahe des Sommerpalastes, in dem sich die Grenzen zwischen Innen und Außen, zwischen Natur und Kultur aufzulösen scheinen, ebenso zu wie für den olympischen Waldpark, eines der Megaprojekte zu den Olympischen Spielen 2008. 

ifa-Galerie Stuttgart
Kontakt: Tel. 0711-2225-173
www.cms.ifa.de


Weil am Rhein
bis 31. August 2008
Leben unter dem Halbmond
Die Wohnkulturen der arabischen Welt

„In der Kasbah von Algier ist alles vorhanden: alle Elemente einer Architektur, die unendlich sensibel für die menschlichen Bedürfnisse und Wünsche ist.“ So formulierte Le Corbusier seine große Begeisterung für die Architektur des Orients. Auch heute lassen sich Architekten und Designer gerne von der „arabischen Welt“ inspirieren. Das Wissen über diese Länder ist jedoch überwiegend auf die aktuellen politischen Nachrichten beschränkt. Darüber hinaus untersucht das Vitra Design Museum Mythos und Realität der arabischen Welt und gibt einen Überblick über die faszinierenden Wohnkulturen.

Vitra Design Museum
Kontakt: 07621-7023200
www.design-museum.de


Österreich

Wien
bis 28. September 2008
Tutanchamun und die Welt der Pharaonen
Museum für Völkerkunde

Eine neu konzipierte Tutanchamun- Schau, die einen bisher ungekannten, spannenden Einblick in die Welt des Grabschatzes des ägyptischen Pharao sowie in die Entwicklung der ägyptischen Kultur gibt. Entsprechend dem Ausstellungstitel werden der jugendliche König und sein Grabschatz, eingebettet in die jahrtausende Jahre alte Geschichte des Pharaonenlandes, präsentiert.

Kontakt: Tel. 0043/152524-0
www.ethno-museum.ac.at


Schwaz/Tirol
bis 21. September 2008
Meisterwerke aus vier Kontinenten

In Zusammenarbeit mit der „Stiftung für außereuropäische Kunst – Wege zur Achtung und Toleranz fremder Kulturen“ präsentiert das Museum „Haus der Völker“ einzigartige und wertvolle Kunstwerke aus vier Kontinenten, die der Münchener Sammler Andreas Lindner zusammengetragen hat: Objekte aus Neukaledonien und Papua-Neuguinea, Schmuckstücke aus Sumatra und Indonesien sowie Skulpturen der afrikanischen Völker Dogon und Bete. 

Museum Haus der Völker
Kontakt: Tel. 0043(0)5242-66090,
www.hausdervoelker.com


Wien
Bis 26. Oktober
Overlapping Voices
Israeli and Palestinian Artists

Werke von 22 israelischen und palästinensischen Künstlerinnen und Künstlern zeigt das Wiener Essl Museum in einer Sonderausstellung. Sie bietet die Chance zur Auseinandersetzung mit unterschiedlichen künstlerischen Praktiken der konfliktreichen Region. Beide Gesellschaften, die israelische wie die palästinensische, bestehen aus einer Vielzahl von Kulturen und Positionen mit einer ereignisreichen und eng miteinander verknüpften Geschichte. Die Ausstellung versucht, einige dieser Stimmen hörbar zu machen.

Essl Museum
Kontakt: Tel. 0043-(0)-2243-370,
www.sammlung-essl.at

 

Schweiz

Genf
Bis 31. August
„Voodoo, eine Lebensart“

Die Ausstellung zeigt die faszinierende Welt des Voodookults, die sich nicht in ein religiöses, soziales oder kulturelles System einordnen lässt. Ursprünglich aus Westafrika stammend, ist Voodoo heute vor allem in Haiti weit verbreitet. Die wichtigste Sammlung haitianischer Voodoo-Kunst besitzt die in Port-au-Prince lebende Schweizerin Marianne Lehmann. Sie hat in den vergangenen 30 Jahren unzählige wertvolle Objekte gesammelt, die nun erstmals in Genf ausgestellt werden.

Ethnographisches Museum Genf
Kontakt: 0041(0)22-4184550
www.ville-ge.ch/meg



Basel
22. August 2008 bis 17. Mai 2009
Naga – Eine vergessene Bergregion neu entdeckt

In einer Bergregion an der Grenze zwischen Nordostindien und Birma leben die Naga, zu denen rund 30 ethnische Gruppen zählen. Früher waren sie als Krieger und Kopfjäger gefürchtet, besonders weil sie sich den britischen Kolonialherren widersetzten. Zugleich wurden ihre Kleider, ihr Schmuck und manche Gebrauchsgegenstände wegen ihrer Schönheit bewundert. Nachdem Indien 1947 seine Unabhängigkeit erklärt hatte, durften Ausländer ihr Siedlungsgebiet nicht mehr betreten. Seit 2000 sind wieder Reisen in das Gebiet der Naga möglich. Die Ausstellung bietet die Gelegenheit, ihr kulturelles Erbe kennenzulernen.

Museum der Kulturen Basel
Kontakt: Tel. 0041(0)61-2665600,
www.mkb.ch