Mit Breitband zu den Millenniumszielen?

Charles Kenny
Overselling Broadband: A Critique of the Recommendations of the Broadband Commission for Digital Development Center for Global Development,
December 2011, 19 Seiten,
www.cgdev.org


Kommen Entwicklungsländer mithilfe von Breitband-Datenleitungen schneller aus der Armut? Wohl kaum, heißt es in einer Studie des Washingtoner Center for Global Development. Auch wenn interessierte Kreise das Gegenteil behaupten. Charles Kenny knöpft sich in seinem Papier das Wirken der Broadband Commission for Digital Development vor. Die wurde vor zwei Jahren von der UNKulturorganisation Unesco und der Internationalen Union für Telekommunikation (ITU) eingerichtet. Seither trommelt sie für den Auf- und Ausbau von Hochgeschwindigkeits-Datenleitungen in Afrika und anderen Entwicklungsregionen. In einem ihrer Berichte heißt es, das würde enorme Fortschritte in Bereichen wie Gesundheitsversorgung, Bildung, Armutsbekämpfung und Wirtschaftswachstum bringen. Kenny hält dem entgegen, dass das letztlich alles nur Behauptungen sind, für die es bislang kaum empirische Belege gebe. Unter den vielen Widrigkeiten etwa, mit denen Unternehmen in Entwicklungsländern täglich zu kämpfen hätten, sei die Geschwindigkeit der Datenübertragung eher vernachlässigbar. Und Anwendungen wie das mobile Bezahlsystem M-Pesa in Kenia, die einen echten Fortschritt gebracht hätten, funktionierten auch ohne Breitbandverbindung. (ell)

 

erschienen in Ausgabe 4 / 2012: China: Alles unter Kontrolle?

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