Argentinische Regierung schnürt neues Sparpaket

Das hoch verschuldete Argentinien hat ein neues Sparpaket aufgelegt.

Die argentinische Regierung unter Staatspräsident Mauricio Macri will Haushaltskürzungen von 20 Milliarden Peso (rund 620 Millionen Euro) jährlich durchsetzen, wie Finanzminister Nicolás Dujovne am Dienstag (Ortszeit) laut der Tageszeitung "La Nacion" bekanntgab. Von den Kürzungen sind alle öffentlichen Einrichtungen betroffen, darunter Schulen, Universitäten und Krankenhäuser. Öffentlich Bedienstete müssen auf einen Teil ihres Gehalts verzichten, Stellen werden abgebaut. Die Maßnahmen sollen bis Ende kommenden Jahres gelten.

Macri hatte mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Verhandlungen aufgenommen, um eine Staatspleite zu verhindern. Der IWF sagte Argentinien ein Darlehen in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar zu und verlangte im Gegenzug drastische Sparmaßnahmen. Die Gewerkschaften riefen daraufhin zu einem Generalstreik und Protesten auf.

Proteste gegen den IWF

Am Montag legte erneut eine Demonstration gegen die Sparpolitik das Zentrum der Hauptstadt Buenos Aires lahm. Viele Argentinier lehnen den IWF ab: Sie machen seine Währungspolitik für die Wirtschaftskrisen des Landes in der Vergangenheit verantwortlich, die 2001 in einer Staatspleite endeten.

Die soziale Lage hat sich in dem südamerikanischen Land seit Amtsantritt von Macri 2015 deutlich verschärft. Durch Kürzungen von Subventionen stiegen die Preise für Gas und Energie um mehr als 30 Prozent. Die Armutsrate schnellte auf 33 Prozent.

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