Regierungspartei in Simbabwe behält Mehrheit im Parlament

In Simbabwe kann die Regierungspartei Zanu-PF auch nach dem Ende der Mugabe-Ära mit einer Mehrheit im Parlament rechnen.

Nach der Auszählung von rund drei Viertel der Stimmen entfielen 52 Prozent auf die Partei von Präsident Emmerson Mnangagwa und 20 Prozent auf die Oppositionspartei MDC-T, wie die regierungsnahe Tageszeitung "Herald" am Mittwoch berichtete. Das Ergebnis der Präsidentenwahl wird für Samstag erwartet. Rund 5,5 Millionen Bürger waren am Mittwoch aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben.

Zunehmende Spannungen

Während die Auszählung andauerte, nahmen die Spannungen zwischen Regierung und Opposition zu. Die MDC-T erklärte ihren Präsidentschaftskandidaten Nelson Chamisa am Montag zum Sieger und warf der Zanu-PF vor, die Wahlergebnisse fälschen zu wollen. In der Hauptstadt Harare feierte die Opposition in den Straßen, während sich Sicherheitskräfte Medienberichten zufolge mit Wasserkanonen und Truppen auf mögliche Ausschreitungen vorbereitete. Zunächst blieb es jedoch ruhig.

Es war die erste Wahl in Simbabwe seit dem Rücktritt von Präsident Robert Mugabe (94) im November 2017 unter dem Druck des Militärs. Mugabe hatte das Land im südlichen Afrika seit der Unabhängigkeit 1980 regiert. Seine Herrschaft war gekennzeichnet von einer zunehmenden Unterdrückung von Kritikern, Menschenrechtlern und Journalisten. Im Umfeld der Wahlen 2008 waren laut Amnesty International mehr als 200 Menschen getötet worden.

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