Der scheidende kolumbianische Staatspräsident Juan Manuel Santos

Keine neue Waffenruhe mit Kolumbiens ELN-Guerilla

Rückschlag im Friedensprozess mit Kolumbiens ELN-Guerilla: Kurz vor dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Iván Duque haben sich die kolumbianische Regierung und die linken Rebellen nicht auf eine erneute Waffenruhe verständigt.

"Wir haben große Fortschritte gemacht, konnten uns aber nicht auf eine Waffenruhe verständigen", erklärte Gustavo Bell, Chefunterhändler der Regierung, am Mittwoch (Ortszeit) laut einer Online-Meldung des Hörfunksenders Caracol. Zuvor war die sechste Verhandlungsrunde in der kubanischen Hauptstadt Havanna zu Ende gegangen.

Präsident Juan Manuel Santos räumte ein, dass der angestrebte "komplette Frieden" nicht erreicht wurde. Er betonte aber: "Noch nie sind wir so weit gekommen." Jetzt liege der Fortgang des Prozesses in den Händen seines Nachfolgers. Für ELN-Chefverhandler Pablo Beltrán besteht die Hoffnung, dass die Fortschritte "die Grundlage einer neuen Verhandlungsrunde unter Präsident Duque bilden".

Kaum handfeste Vereinbarungen

Seit eineinhalb Jahren verhandeln Regierung und ELN über eine Beendigung der Jahrzehnte andauernden Feindseligkeiten. Aufgrund anhaltender Gewalttaten wurde der Dialog mehrfach unterbrochen. Außer einer mehrmonatigem Waffenruhe Ende vergangenen Jahres gab es bisher keine handfesten Vereinbarungen.

Duque, der am Dienstag das höchste Staatsamt von Santos übernimmt, steht dem Friedensprozess kritisch gegenüber. Den Friedensvertrag mit der größeren Farc-Guerilla, den Santos Ende 2016 unterzeichnete, will er überarbeiten. Für Gespräche mit der ELN nannte er mehrfach Vorbedingungen, die für die Guerilleros kaum annehmbar sein dürften.

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