Massives Aufgebot an Sicherheitskräften in Harare aufmarschiert
Massives Aufgebot an Sicherheitskräften in Harare aufmarschiert

Simbabwes Opposition bestreitet Wahlsieg von Mnangagwa

Emmerson Mnangagwa hat nach offiziellen Angaben die erste Präsidentenwahl in Simbabwe nach der Mugabe-Ära gewonnen. Der Ausgang der historischen Wahl sorgt jedoch für Spannungen. Die Opposition spricht von einem "Fake-Ergebnis".

In Simbabwe nehmen die Spannungen zu, nachdem der amtierende Staatschef Emmerson Mnangagwa zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt wurde. Schwer bewaffnete Polizisten umstellten am Freitag laut Medienberichten das Hotel in der Hauptstadt Harare, in dem Oppositionsführer Nelson Chamisa eine Pressekonferenz abhalten wollte. Chamisa weigerte sich, seine Wahlniederlage anzuerkennen und sprach von gefälschten Ergebnissen.

Nach Angaben der Wahlkommission hat der 75-Jährige Mnangagwa im ersten Wahlgang am Montag 50,8 Prozent der Stimmen erhalten und damit die erforderliche absolute Mehrheit erreicht. Chamisa erhielt demnach 44,3 Prozent. Es waren die ersten Wahlen nach dem Rücktritt des langjährigen Herrschers Robert Mugabe im November. Mnangagwa wurde Übergangspräsident.

"Fake-Ergebnis"

Die Opposition forderte von der Wahlkommission richtige und geprüfte Resultate und sprach von einem "Fake-Ergebnis". Chamisa schrieb auf Twitter, das Niveau von Undurchsichtigkeit und moralischem Verfall sei verstörend. Am Mittwoch hatten Anhänger der Opposition vor dem Gebäude der Wahlkommission demonstriert, als bekannt wurde, dass die regierende Partei Zanu-PF - die Partei Mngangagwas und Mugabes - auf eine Zweidrittelmehrheit im Parlament zusteuert. Sicherheitskräfte gingen gewaltsam gegen die Menge vor und schossen mit scharfer Munition. Mindestens sechs Menschen wurden getötet.

Unterdessen gratulierte der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa Mngangagwa zu seinem Wahlsieg und rief alle Parteien dazu auf, das Ergebnis akzeptieren. Vor zehn Jahren waren bei Ausschreitungen vor und nach den Wahlen in Simbabwe mindestens 200 Menschen getötet worden.

Mit harter Hand regiert

An die ersten Wahlen nach der autokratischen Ära Mugabe knüpften sich Hoffnungen auf einen demokratischen Aufbruch. Beobachter der Europäischen Union kritisierten den Ablauf. Druck auf Wähler, eine parteiische Wahlkommission und unausgewogene Berichterstattung hätten zu unfairen Voraussetzungen für die Parteien geführt, sagte der Leiter der Beobachtermission, Elmar Brok.

Der heute 94 Jahre alte Mugabe war unter dem Druck des Militärs zurückgetreten. Er hatte das Land im südlichen Afrika seit der Unabhängigkeit 1980 mit harter Hand regiert. Seine Herrschaft war gekennzeichnet von einer zunehmenden Unterdrückung von weißen Farmern, Kritikern, Menschenrechtlern und Journalisten.

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