Fahne der Vereinten Nationen

Friedensforscher fordert Stärkung der Vereinten Nationen

Die UN verfügen aus Sicht des Osnabrücker Wissenschaftlers Ulrich Schneckener über zu geringe finanzielle Ressourcen.

Der Osnabrücker Friedensforscher Ulrich Schneckener hält eine Stärkung der Vereinten Nationen und des Sicherheitsrates für notwendig, um Bürgerkriege wie in Syrien befrieden oder verhindern zu können. Bürgerkriege, die sich über staatliche Grenzen ausweiteten und internationalisierten, seien global die größte Bedrohung, sagte Schneckener dem Evangelischen Pressedienst (epd). Eroberungskriege, Hegemonialkriege oder zwischenstaatliche Konflikte seien als Kriegstypen eher in den Hintergrund getreten. "Das ist auch ein Erfolg der Vereinten Nationen."

Gerade das Beispiel Syrien zeige aber, dass die UN in internationalisierten Bürgerkriegen als Vermittler häufig ausfielen. Sie verfügten über zu geringe finanzielle Ressourcen, und die mächtigen Staaten blockierten sich im Sicherheitsrat gegenseitig, sagte der Vorstandsvorsitzende der in Osnabrück ansässigen Deutschen Stiftung Friedensforschung anlässlich einer am Mittwoch beginnenden Fachtagung über die Entstehung von Krieg und Frieden.

Tagung in Osnabrück

Wissenschaftler aus ganz Deutschland und Europa gehen in Osnabrück drei Tage lang der Frage nach, unter welchen Umständen Menschen Frieden aufgeben und wiederherstellen. Veranstalter sind neben der Stiftung Friedensforschung die Universitäten Osnabrück und Bonn.

Schneckener betonte, der Weg in einen Krieg sei nie unausweichlich, auch wenn er von den politisch Verantwortlichen häufig so dargestellt werde, weil sie die staatliche Ordnung oder ihre Macht bedroht sähen. Auch Syriens Präsident Baschar al-Assad "hätte die Möglichkeit gehabt, auf den arabischen Frühling etwa mit neuen Macht-Arrangements zu reagieren, anstatt ihn als existenzielle Bedrohung für sich selbst zu sehen".

Für eine Vermeidung von Kriegen sei es deshalb wichtig, das Bewusstsein der Bürger wie der Politiker für die Alternativen zu schärfen, sagte der Friedens- und Konfliktforscher, der an der Universität Osnabrück lehrt: "Die Frage bleibt allerdings, warum sind die in der Vergangenheit so oft nicht durchgedrungen." Auch unter diesem Aspekt könne die Geschichte als Inspirationsquelle genutzt werden.

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