Generalstreik in Tunesien für Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst

Wegen eines Generalstreiks im öffentlichen Dienst waren in Tunesien am Donnerstag Schulen, Universitäten und Verwaltungen geschlossen.

Mehr als 90 Prozent der staatlichen Angestellten legten laut tunesischen Medien ihre Arbeit nieder, nachdem Verhandlungen über Lohnerhöhungen mit der Regierung gescheitert waren. Zu dem Streik hatte die Gewerkschaftszentrale UGTT aufgerufen. In der Hauptstadt Tunis versammelten sich mehrere tausend Gewerkschaftsmitglieder vor dem Parlament, um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen.

Fünfter Generalstreik in der Geschichte des Landes

Die UGTT wirft der tunesischen Regierung vor, dem Druck internationaler Finanzinstitution wie dem Internationalen Währungsfond (IWF) nachzugeben und daher die Tarifverhandlungen zu blockieren. Tunesien leidet seit dem politischen Umbruch 2011 unter einer Wirtschaftskrise. Der tunesische Dinar hat seitdem gegenüber dem Euro mehr als 50 Prozent an Wert verloren. Die tunesische Zentralbank erwartet für dieses Jahr eine Inflationsrate von 7,8 Prozent.

Es handelt sich um den fünften Generalstreik in der Geschichte des Landes und den dritten seit der Revolution 2011. Ausgenommen vom Streik ist der öffentliche Nah- und Fernverkehr. Knapp 700.000 Tunesier sind im öffentlichen Dienst tätig, sie machen rund 20 Prozent der arbeitenden Bevölkerung aus.

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