Internationale Konferenz in Genf eröffnet
Internationale Konferenz in Genf eröffnet

Afghanistans Präsident Ghani wirbt um mehr Investitionen

In Afghanistan winken Milliardengewinne, glaubt man dem Staatschef des zentralasiatischen Landes. Doch Gewalt und Hunger sind an der Tagesordnung. Deshalb wird auf der Afghanistan-Konferenz in Genf auch über Friedenschancen gesprochen.

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani hat zu mehr Investitionen in seinem Land aufgerufen. Afghanistan liege im Herzen einer stark wachsenden Region und verfüge über große Potenziale, sagte Ghani am Dienstag in Genf bei einer Afghanistan-Konferenz in Genf. Der Markt in dem zentralasiatischen Land verspreche Milliardengewinne, die aber realisiert werden müssten. Als Beispiel nannte Ghani alternative Energien, den Bildungssektor und die Infrastruktur. Zudem verfüge Afghanistan über wertvolle Rohstoffe.

Bei der Konferenz, die bis Mittwoch dauert, treffen Diplomaten, Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft zusammen. Eingeladen haben die Vereinten Nationen und die afghanische Regierung. Unter anderem soll Bilanz gezogen werden, welche Fortschritte in den vergangenen zwei Jahren erzielt wurden. 2016 hatte die internationale Gemeinschaft dem Land 13,4 Milliarden Euro bis 2020 zum Aufbau des Staats zugesagt.

Große Herausforderungen

Der humanitäre Koordinator der UN in Afghanistan, Toby Lanzer, lobte Afghanistans Regierung zum Auftakt des Treffens. Diese habe schnellere und bessere Reformerfolge vorgelegt als erwartet. Das gelte auch für die Reform der Sicherheitskräfte. Trotzdem gebe es weiterhin große Herausforderungen, sagte Lanzer. So gebe es in Afghanistan mehr zivile Opfer durch Gewalt zu beklagen als im Bürgerkrieg im Jemen.

Auch wegen einer schweren Dürre müssten 3,6 Millionen Menschen in Afghanistan teils mehrere Tage ohne eine Mahlzeit auskommen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR teilte mit, man habe damit begonnen, Zelte in die von der Dürre besonders schwer betroffenen Regionen im Westen des Landes zu fliegen.

Initiativen für einen Frieden in Afghanistan

Am Mittwoch, dem zweiten und letzten Konferenztag, werden hochrangige Vertreter erwartet, unter ihnen ist die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und der russische Außenminister Sergej Lawrow. Der US-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, sagte seine Teilnahme dagegen ab.

Am Mittwoch soll auch über Initiativen für einen Frieden in Afghanistan gesprochen werden. Details wurde nicht genannt. Für die Vereinten Nationen stehe im Mittelpunkt, dass jede Friedenslösung vom afghanischen Volk getragen werde, betonte Lanzer am Dienstag. Auf umstrittene Initiativen Russlands und Chinas ging er nicht ein.

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