Im Sudan wollen Opposition und Militärrat weiter verhandeln

Im Sudan hat die Opposition erste Ergebnisse der Verhandlungen mit dem Militärrat begrüßt, will aber die Straßenproteste fortsetzen.

In einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung teilte die Opposition mit, der Militärrat habe positive Schritte zugesagt, um Vertrauen zu schaffen und Kooperation zu ermöglichen, wie die Online-Zeitung "Sudan Tribune" berichtete. In einem gemeinsamen Komitee soll weiter verhandelt werden. Der Militärrat hatte zuvor den Rücktritt von drei islamistischen Generälen aus dem Rat verkündet. Dies war eine der zentralen Forderungen der Opposition.

Die drei zurückgetretenen Generäle gelten als Verbündete des gestürzten Präsidenten Omar al-Baschir. Die Oppositionsgruppen bekräftigten ihr Ziel, ein umfassendes Abkommen mit dem Militärrat zu erreichen, das den Weg zu einer zivilen Übergangsregierung ebnen soll. Deshalb will die Opposition zunächst davon absehen, eine eigene provisorische Regierung zu ernennen. Die Afrikanische Union gab der sudanesischen Militärjunta am Dienstag drei Monate Zeit, um die Macht an Zivilisten zu übergeben. Ansonsten wird die Mitgliedschaft des Sudans ausgesetzt.

Al-Baschir im Hochsicherheitsgefängnis

Langzeitherrscher Al-Baschir war nach wochenlangen Massenprotesten am 11. April vom Militär gestürzt worden. Er hatte das nordostafrikanische Land 30 Jahre lang mit harter Hand regiert und befindet sich nun in einem Hochsicherheitsgefängnis. Gegen ihn gibt es internationale Haftbefehle des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag wegen Völkermords und Kriegsverbrechen in der Krisenregion Darfur.

Die Demonstrationen und Straßenblockaden dauerten auch nach Al-Baschirs Sturz an. Am Dienstagabend versicherte Junta-Chef Abdel Fattah al-Burhan jedoch, die Streitkräfte würden nicht mit Gewalt gegen die Demonstranten vorgehen.

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