Gefangene Flüchtlinge in Libyen beschossen

In der umkämpften libyschen Hauptstadt Tripolis sind nach Angaben von "Ärzte ohne Grenzen" Flüchtlinge in einem Internierungslager beschossen und verletzt worden.

In dem Lager Kasr Bin Gaschir hätten sich auch Kleinkinder und Schwangere befunden, teilte die Hilfsorganisation am Freitag in Berlin mit. "Wir sind mehr als schockiert. Nichts kann so einen gewaltsamen Angriff auf verletzliche Zivilisten rechtfertigen, die im Konfliktgebiet eingesperrt sind", sagte "Ärzte ohne Grenzen"-Mitarbeiterin Karline Kleijer.

"Ärzte ohne Grenzen" und das Flüchtlingshilfswerk UNHCR forderten die sofortige Freilassung von rund 3.000 Menschen, die in Lagern in Tripolis festgehalten werden. Die Migranten und Flüchtlinge werden den Angaben zufolge in Einrichtungen der international anerkannten Regierung nahe dem Kampfgebiet festgehalten. Die Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch versucht, sich gegen einen Angriff der Verbände des Generals Chalifa Haftar zu behaupten.

Tausende in Lagern inhaftiert

Laut UN haben auch Milizen und kriminelle Banden Tausende Migranten und Flüchtlinge in Lagern inhaftiert. Die Gefangenen werden misshandelt, sexuell ausgebeutet und leiden unter Hunger und Krankheiten.

Seit Beginn der Offensive der Haftar-Einheiten Anfang April wurden nach UN-Angaben mehr als 1.500 Menschen getötet oder verletzt. In dem Land ringen Dutzende Milizen und bewaffnete Gruppen um die Macht und die Kontrolle über Bodenschätze. Libyen war nach dem Sturz des früheren Diktators Muammar al-Gaddafi 2011 im Chaos versunken.

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