Helme auf dem Rettungsschiff "Sea-Watch 3" (Archivbild)

"Sea-Watch 3" treibt mit 65 Flüchtlingen vor Libyen

Nach der Rettung von 65 Flüchtlingen aus dem Mittelmeer treibt das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" ohne Aussicht auf Aufnahme in einen europäischen Hafen vor Libyen.

Italien, Malta und die Niederlande - der Flaggenstaat des Schiffs - hätten bereits einen sicheren Hafen verweigert, erklärte die Hilfsorganisation Sea-Watch am Donnerstag auf Twitter. "Keine der Behörden ist bereit, ihrer Pflicht nachzukommen. Wieder einmal werden wir allein gelassen."

Erschöpfung, Dehydrierung und Seekrankheit

Die "Sea-Watch 3" hatte die Flüchtlinge nach eigenen Angaben am Mittwoch etwa 30 Seemeilen vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet. Viele der Geretteten, darunter 2 Babys und 13 weitere Minderjährige, wiesen Anzeichen von Erschöpfung, Dehydrierung und Seekrankheit auf, erklärte die deutsche Organisation. Im Morgengrauen habe sich ein libysches Patrouillenboot genähert und befohlen, das Gebiet zu verlassen, berichteten die Retter am Donnerstag.

Das Schiff hatte erst am Samstag den Hafen von Marseille verlassen, nachdem ein Gericht in Den Haag eine vom niederländischen Verkehrsministerium verfügte Blockade aufgehoben hatte. Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte daraufhin angekündigt, das Schiff "mit allen rechtlichen Mitteln" aufzuhalten, sollte es Flüchtlinge an die italienische Küste bringen.

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