Kapitänin der "Sea-Watch 3" verklagt Salvini wegen Verleumdung

Kapitänin Carola Rackete geht gerichtlich gegen den italienischen Innenminister Matteo Salvini vor. Seit Wochen führe Salvini eine Diffamierungskampagne gegen sie und die Hilfsorganisation Sea-Watch, heißt es in der Klageschrift.

Die Kapitänin des deutschen Seenotrettungsschiffs "Sea-Watch 3", Carola Rackete, geht gerichtlich gegen Attacken des italienischen Innenministers Matteo Salvini vor. Eine Klageschrift wegen Verleumdung und Anstiftung zum Hass sei am Freitag bei der Staatsanwaltschaft Rom eingereicht worden, sagte Racketes Anwalt Alessandro Gamberini aus Bologna auf Anfrage dem Evangelischen Pressedienst.

Seit Wochen führe Salvini eine Diffamierungskampagne gegen sie und die Hilfsorganisation Sea-Watch, heißt es in der Klageschrift, die dem epd vorliegt. Salvini habe Sea-Watch wiederholt als "illegale und kriminelle Organisation" bezeichnet, die "illegale Migranten mit einem illegalen Schiff" an Land gehen lasse. Sie selbst habe er als Komplizin von Schleusern, Verbrecherin, Kriminelle und Urheberin eines versuchten Mordes bezeichnet, die sich bemüht habe, fünf italienische Soldaten umzubringen.

"Abgrundtiefe Gefühle von Hass"

"In den Worten von Matteo Salvini gibt es abgrundtiefe Gefühle von Hass, Verunglimpfung, Delegitimierung bis hin zu leibhaftiger Entmenschlichung", begründet Rackete ihr gerichtliches Vorgehen. Der Innenminister nutze sein Amt als Instrument der Propaganda und für Anstachelung zu Hass.

Die zahlreichen Äußerungen des stellvertretenden italienischen Ministerpräsidenten schädigen laut Klageschrift nicht nur dem Ruf der Kapitänin, sondern gefährden überdies ihre körperliche Unversehrtheit, indem sie seine Leser dazu anstachelten, Verbrechen an ihr zu begehen. So sei sie in zahlreichen Nachrichten seiner Anhänger unter anderem als "deutsche Hure" beschimpft worden.

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