Indien erhöht Militärpräsenz in Kaschmir

Indien erhöht seine Militärpräsenz im Kaschmir-Tal.

In den vergangenen vier Tagen sind im Kaschmir-Tal weitere 28.000 indische Soldaten stationiert worden. Dies berichtete der Fernsehsender India Today am Freitag. Zudem sei die indische Luftwaffe in Kaschmir in Alarmbereitschaft versetzt worden. In der vergangenen Woche waren bereits zusätzliche 10.000 Sicherheitskräfte nach Kaschmir abgeordnet worden.

Kaschmir vor Protesten

Als möglicher Hintergrund für die Aufstockung der Truppen gilt eine eventuell anstehende Regierungsentscheidung, die massive Proteste in Kaschmir auslösen könnte. Es wird spekuliert, dass die Zentralregierung den bisherigen Sonderstatus von Kaschmir verändern will. Danach soll ein Artikel aus der indischen Verfassung gestrichen werden, der den Landerwerb im Himalaya-Tal allen Personen verbietet, die nicht in Kaschmir leben. Vor den Parlamentswahlen im Mai hatte der Vorsitzende der hindunationalistischen Regierungspartei Bharatiya Janata Party (BJP), Amit Shah, erklärt, seine Partei wolle den Sonderstatus von Kaschmir abschaffen und das Gebiet damit komplett in Indien aufgehen lassen.

Indiens Verfassung sichert Kaschmir weitgehende Sonderrechte zu. Die regierende BJP kämpft seit 2014 für eine Abschaffung des Sonderstatus. Das mehrheitlich muslimische Kaschmir ist seit sieben Jahrzehnten ein Zankapfel zwischen Indien und Pakistan, die beide jeweils nur einen Teil des Gebietes verwalten. Als Grenze dient eine Waffenstillstandslinie von 1949, die international aber nicht anerkannt ist. Separatisten im indischen Teil von Kaschmir kämpfen seit Jahrzehnten für eine Unabhängigkeit von Indien, das mehrheitlich hinduistisch ist.

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