Taliban drohen mit Gewalt gegen Präsidentenwahl in Afghanistan

In Afghanistan soll Ende September die Präsidentenwahl stattfinden. Die radikal-islamischen Taliban kündigten Angriffe auf Wahlveranstaltungen und Kundgebungen an. Sie kritisierten die geplante Wahl als "Schwindel".

Die radikal-islamischen Taliban drohen mit Anschlägen gegen die Präsidentenwahl in Afghanistan. Wie der TV-Sender "Tolo News" am Dienstag berichtete, warnten die Islamisten die Bevölkerung davor, an der Abstimmung teilzunehmen. Sie kündigten Angriffe auf Wahlveranstaltungen und Kundgebungen an. Die Präsidentenwahl ist für den 28. September angesetzt.

Die Taliban kritisierten die geplante Wahl als "Schwindel". Die Abstimmung habe keinerlei Legitimität, solange sich noch ausländische Soldaten in Afghanistan befänden. Die letzte Präsidentenwahlen 2014 sei durch direkte Beeinflussung der USA entschieden worden.

Wahlmanipulationen, Anschläge und Streit

Der Urnengang damals war von Wahlmanipulationen, Anschlägen und Streit über das Ergebnis überschattet worden. Nach wochenlangen Verhandlungen wurde Aschraf Ghani zum Staats- und Regierungschef erklärt, während sein Gegner, der frühere Außenminister Abdullah Abdullah, das extra neu geschaffene Amt eines Ko-Regierungschefs bekam. Er stellt sich zur Wiederwahl.

Beim Wahlkampfauftakt war es in diesem Jahr bereits zu Anschlägen gekommen. Im Juli starben mindestens 20 Menschen bei einem Terrorattentat auf das Büro des afghanischen Politikers Amrullah Saleh, der bei der Wahl für den Posten des Vizepräsidenten an der Seite Ghanis antritt. Saleh überlebte unverletzt.

Die Taliban verhandeln im Moment im Wüstenemirat Katar mit den USA über einen möglichen Friedensplan für Afghanistan und den Abzug der US-Truppen vom Hindukusch. Es ist unklar, wieweit dies die anstehende Präsidentenwahl beeinflussen könnte, da die Taliban die Regierung in Kabul nicht anerkennen und direkte Verhandlungen mit ihr ablehnen.

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