Boliviens Expräsident Evo Morales trat auf Druck des Militärs und einem vorläufigen OAS-Bericht über Wahlmanipulationen zurück. (Archivbild)

OAS bestätigt Manipulation bei Präsidentschaftswahl in Bolivien

Es habe "vorsätzliche Manipulationen" und "schwerwiegende Unregelmäßigkeiten" bei der Präsidentschaftswahl in Bolivien gegeben, bestätigt die Organisation Amerikanischer Staaten in einem Bericht.

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat in einem Bericht eine Manipulation der Präsidentschaftswahl in Bolivien bestätigt. Es habe "vorsätzliche Manipulationen" und "schwerwiegende Unregelmäßigkeiten" gegeben, heißt es in dem am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Bericht. Damit habe der von Millionen Bürgern zum Ausdruck gebrachte Wille geändert werden sollen. Nach der Wahl vom 20. Oktober hatte sich Amtsinhaber Evo Morales zum Sieger erklärt. Die Opposition sprach von Wahlbetrug.

Es folgten wochenlange gewaltsame Zusammenstöße zwischen Anhängern von Morales und der Opposition. Mehr als 20 Menschen kamen dabei ums Leben.

Geheimer Computerserver

Die OAS listet in ihrem Bericht ein Dutzend gravierende Unregelmäßigkeiten auf. Demnach gab es unter anderem einen geheimen Computerserver, mit dessen Hilfe das Ergebnis zugunsten von Morales beeinflusst worden sei. Das Oberste Wahlgericht, das eigentlich über die Rechtmäßigkeit der Wahl wachen sollte, habe davon Kenntnis gehabt. Die OAS hatte nach den Manipulationsvorwürfen 30 Wahlexperten nach Bolivien geschickt.

Schon in ihrem vorläufigen Bericht vom 10. November hatte die OAS die Vorwürfe bestätigt. Morales trat danach und auf Druck des Militärs zurück. Er befindet sich im Exil in Mexiko. Seine Anhänger sprechen von einem Putsch und fordern seine Rückkehr ins Präsidentenamt. Die Oppositionspolitikerin Jeanine Áñez hat sich zur Übergangspräsidentin erklärt und verpflichtet, binnen drei Monaten Neuwahlen abzuhalten.

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